Purolator to build ‘super hub’ in Toronto amid e-commerce growth

Purolator Inc. is building a new national hub in Toronto, spurred by fast growth in e-commerce.

The Canadian courier announced Tuesday it is investing $330 million to build a 60-acre “super hub” in the city, seeking to better serve the e-commerce market. Purolator says the facility, which is set to open in 2021, will triple the capacity of its network.

The new hub is part of a broader $1-billion investment the company plans to make within the next five years. Purolator also plans to upgrade its fleet with more advanced technology and improve its customers’ online experiences as part of the investment.

“Today’s announcement is one of the most ambitious in our company’s history and will future-proof our business,” Purolator CEO John Ferguson said in a press release.

Purolator says the new hub will feature world-class automation and follow leading environmental standards.

The shipping company is not the only one investing in the city amid growing demand in the e-commerce space. Toronto-based Shopify announced in May that it plans to double its Toronto staff to 1,500 in three years as it opens a new office in the city.

Purolator says it plans to unveil further regional expansions within the next 12 months.

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Veröffentlicht: 24.06.2019 von Arturo Chang, BNN Bloomberg

Eco Performance Award: Sieger ausgezeichnet

Auf der diesjährigen transport logistic haben die Universität St. Gallen und Gastgeber DKV den Eco Performance Award 2019 vergeben. 

Vier Unternehmen überzeugten die Jury und konnten mit einem Preis nach Hause gehen. Teil der Jury war in diesem Jahr auch Toll Collect-Chef Dr. Gerhard Schulz.

Rigterink Logistik gewinnt Kategorie „Mittelstand“

Das Unternehmen Rigterink Logistik GmbH & Co. KG aus Nordhorn hat die Fachjury mit seinem schlüssigen Gesamtkonzept und seinen  zahlreichen Maßnahmen in punkto Nachhaltigkeit überzeugt. Dazu zählen etwa die Umstellung auf Euro 6, der Einsatz von E-Lkw, Hybrid Lkw, Lang-Lkw, die Einführung eines Prämiensystems, die Dezentralisierung der Disposition, der Einsatz von Drohnen im Lager, der Betrieb von Photovoltaikanlagen sowie eine intelligente LED Beleuchtung im Lager.

Coop überzeugt als „Großunternehmen“

Das Konzept-Highlight der Coop-Genossenschaft mit Sitz in Basel stellt eine Weltneuheit dar: Lkw fahren im geschlossenen Wasserkreislauf. Das Unternehmen fungiert als „Wasserstoff-Enabler“ für die Schweiz und setzt sich für den Aufbau und die Auslastung der entsprechenden (Wasserstoff-)Tankstelleninfrastruktur ein. Zudem verfolgt es die Vision, bis 2023 CO2-neutral aufgestellt zu sein.

RYTLE ist das ausgezeichnete Start-Up

Das Bremer Unternehmen RYTLE GmbH überzeugt mit einer ganzheitlichen, innovativen Logistiklösung für die letzte Meile. In 15 Ländern ist RYTLE bereits aktiv und bietet Lastenfahrräder für die Citylogistik inklusive einer standardisierten Kommissionierung.

Eco Perfomance Award vergibt erstmals Innovationspreis

Das niederländische Unternehmen Holland Container Innovation Nederland B.V. wird für die Entwicklung des weltweit ersten nach ISO- und CSC- zertifizierten faltbaren Schiffscontainer mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Container bringen Effizienz bei der Umpositionierung von leeren Containern und sparen Kosten und Emissionen.

Neben den Gewinnern wurden auch die Finalisten mit einem Gütesiegel für das Erreichen der Endrunde des
Wettbewerbs ausgezeichnet, darunter die LKW WALTER Internationale Transportorganisation AG, die swissconnect AG und die notime AG. Gestiftet wird der Eco Performance Award als unabhängiges Gütesiegel vom DKV Euro Service und dessen Premiumpartnern Knorr Bremse und PTV Group.Mit der Verleihung des Eco Performance Award 2019 beginnt die Bewerbungsphase für den Eco Performance Award 2020. Die Bewerber können ab sofort ihre Kurzbewerbung einreichen.

Letzte Meile mit Grips: Citylogistik-Feldversuch startet

UPS Deutschland mit speziellem E-Cargo-Bike in der City unterwegs

Intelligente Citylogistik-Konzepte sollen die Osnabrücker Innenstadt lebenswerter machen. Der Paketzusteller UPS Deutschland und die Bremer RYTLE GmbH starten jetzt einen Feldversuch zur Optimierung der sogenannten „Letzten Meile“. Dabei werden die Pakete auf spezielle E-Lastenfahrräder mit Transportfunktion umgeschlagen und an die Empfänger geliefert.

„Unser ‚MovR‘ ist natürlich ein ganz besonderer und auffälliger Blickfang“, sagte Rainer Kiehl, UPS-Projektmanager Citylogistik, beim offiziellen Start des Feldversuches. Beim „MovR“ handelt es sich um ein spezielles, für die sogenannte „Letzte Meile“ entwickeltes Cargo-Bike auf drei Rädern und mit E-Unterstützung.

„Anstatt für die Paketzustellung mit einem LKW von Tür zu Tür zu fahren und so die Innenstadt zu belasten, setzen wir in der City – das bedeutet innerhalb des Wallrings – dieses E-Lastenfahrrad ein.“

Das Besondere an dem E-Cargo-Bike ist die abnehmbare Box mit einem Fassungsvermögen von knapp zwei Kubikmetern. „Das erleichtert den gesamten Vorgang des Warenumschlags“, ergänzt Dr. Alexander Preuschoff von der RYTLE GmbH, die den „MovR“ entwickelt hat und ihn in mittlerweile 25 Städten, darunter New York, einsetzt.

Umschlag am temporären City-Hub

Ein UPS-Transporter bringt die Pakete zu einem temporären City-Hub an der OPG-Vitihof-Garage am Gerberhof. Dort werden die Pakete in die Box des „MovR“ umgeschlagen. „Zu Beginn des Feldversuchs noch per Hand“, erklärte UPS-Center-Manager Nektarios Kornilakis. Perspektivisch kann die Box bereits im UPS-Depot in Wallenhorst kommissioniert werden und dann am City-Hub getauscht werden. Mit voller Box machen sich die Zusteller dann auf dem „MovR“ auf die „Letzte Meile“. Dabei kann das maximale Gesamtgewicht des Cargo-Bikes mit voller Box bis zu 350 Kilogramm betragen. „Zur Unterstützung beim Anfahren ist in den Hinterradnaben daher ein E-Motor verbaut“, erläuterte RYTLE-Fachmann Dr. Alexander Preuschoff.

Erste Praxistests in Metropolen

Die ersten Feldversuche hat UPS bereits in Großstädten wie Hamburg und München durchgeführt.

„Die Praxistests haben gezeigt, dass wir täglich mehrere dieselbetriebene Zustellfahrzeuge einsparen können“, betonte UPS-Projektmanager Kiehl.

„Jetzt wollen wir in kleinere Großstädte gehen, dort ‚live‘ testen und weitere Erfahrungen sammeln – und sind der Stadt und der OPG sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung.“ Stadtbaurat Frank Otte zeigte sich sehr angetan von dem auf eine Laufzeit von ca. sechs Wochen ausgelegten Feldversuch in Osnabrück.

„Dieser Baustein eines gesamtstädtischen Citylogistik-Konzeptes passt sehr gut zu unseren Überlegungen, nachhaltige Mobilitätskonzepte in und für Osnabrück zu entwickeln und zu fördern“, so Otte.

Für die Umsetzung eines solchen gesamtstädtischen Citylogistik-Konzeptes sei ein Zusammenspiel der Akteure Handel und Gastronomie, Logistikbranche sowie Stadt unerlässlich. „Genau diesen Ansatz verfolgen wir in unserem gemeinsamen Projekt „Mobile Zukunft‘“.

Schnittstelle zu www.osnabrück24.de
Der Kontakt zu UPS und RYTLE war über das gemeinsame „Mobile Zukunft“-Projektbüro von Stadt und Stadtwerken entstanden. „Hinter dem Begriff Citylogistik steht der Ansatz, den Warenverkehr für die Innenstadt und von der Innenstadt zum Kunden nachhaltig zu optimieren“, erläuterte Dr. Stephan Rolfes. Der Stadtwerke-Mobilitätsvorstand sieht daher große Schnittstellen zu dem bereits angelaufenen Citylogistik-Netzwerk www.osnabrück24.de des Osnabrücker Handels. Mehrere Osnabrücker Einzelhändler haben sich hier zusammengeschlossen, um ihre Warenströme und ihren Lieferservice zu bündeln. „Beide Initiativen halten unnötige Lieferverkehre und Transporte aus der Innenstadt heraus und machen Osnabrück noch lebenswerter“, so Dr. Rolfes. „Einmal mehr zeigt sich: partnerschaftlich und gemeinsam erreichen wir mehr.“

Hintergrund: Projekt „Mobile Zukunft“
Hinter dem Ende 2016 initiierten Projekt „Mobile Zukunft“ stehen Stadt und Stadtwerke Osnabrück. Die Projektpartner erarbeiten gemeinsam Ideen und Maßnahmen zur Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte, der Förderung umweltfreundlicher Nahmobilität, der Förderung der E-Mobilität sowie der Stärkung des Radverkehrs und der Förderung des ÖPNV.

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Veröffentlicht: 05.06.2019 von Stadtwerke Osnabrück

UPS testet in Osnabrück die Auslieferung per Lastenfahrrad

Maik Pohl, der ab sofort als erster Mitarbeiter des Paketdienstes UPS in Osnabrück mit einem Lastenfahrrad ausliefert, hatte wohl schon so eine Vorahnung, als er bei der Präsentation des neuen Konzeptes davon berichtete, dass er wohl bald Autogrammkarten brauchen werde, denn die Reaktion bei den ersten Testfahrten sei bereits durchweg positiv gewesen.

Als wir Maik Pohl ein paar Stunden später, am Ende seiner ersten regulär mit dem Lastenfahrrad erledigten Ausliefertour vor unserer Redaktion in der Altstadt wiedertrafen, war klar, wie recht er mit seiner Einschätzung hatte.

Beim Plausch vor unserer Tür dauerte es keine zwei Minuten, da wurde der UPS-Fahrer auch direkt wieder von einer interessierten Passantin angesprochen und über sein neues Gefährt ausgefragt. Das UPS-Lastenfahrrad beschert dem Paketdienst eindeutig Sympathiepunkte bei den Osnabrückern, und wegen der feschen Uniform mit den kurzen Hosen wohl auch ganz besonders bei den Osnabrückerinnen…

Feldversuch vorerst auf sechs Wochen begrenzt

Im Rahmen des auf sechs Wochen begrenzten Feldversuchs will der Paketdienst UPS nun auch in Osnabrück beweisen, was inzwischen schon in bundesweit 30 anderen Städten erfolgreich funktioniert: Die Pakete vom Laster aufs Fahrrad zu holen.

Das „MovR“ getaufte Lastenfahrrad des deutschen Herstellers Rytle wird während der Erprobungsphase innerhalb des Wallrings ergänzend zu den klassischen Lieferfahrzeugen fahren. Während große Paketvolumen, wie sie zum Beispiel bei der Belieferung von Einzelhändlern in der Fußgängerzone ausgeliefert werden müssen, noch ganz klassisch vom Transporter an- und ausgeliefert werden, übernimmt das Lastenfahrrad die Verteilung einzelner Pakete, ohne dafür dann für jedes einzelne Paket einen 7.5 Tonner im Stop & Go Betrieb von Haustür zu Haustür bewegen, was einerseits stark umweltbelastend ist (Verbräuche von mehr als 30l. Diesel auf 100km sind die Regel), vor allem aber auch den begrenzten Verkehrsraum unnötig blockiert.

Umgeladen wird an der Vitihof-Garage der OPG

Lastenradler Maik Pohl wird sein Gefährt regelmäßig bei geplanten Rendezvous an der Vitihof-Garage der OPG von einem größeren Lieferfahrzeug auffüllen, das auch für den Transport von der Zentrale in Wallenhorst zuständig ist. „Bereits bei diesem Verfahren kann der Einsatz eines kompletten Lieferlasters eingespart werden“, erläutert UPS-Center-Manager Nektarios Kornilakis. Perspektivisch kann die Box bereits im UPS-Depot in Wallenhorst kommissioniert werden und dann am City-Hub getauscht werden. Mit voller Box machen sich die Zusteller dann auf dem „MovR“ auf die „Letzte Meile“. Dabei kann das maximale Gesamtgewicht des Cargo-Bikes mit voller Box bis zu 350 Kilogramm betragen. „Zur Unterstützung beim Anfahren ist in den Hinterradnaben daher ein E-Motor verbaut“, erläuterte Dr. Alexander Preuschoff, der die Lastenräder in Sachsen-Anhalt produzieren lässt.

Mittelfristig soll ein Hub-Konzept kommen

„UPS will einerseits für Akzeptanz werben und beweisen, dass das bereits andernorts erfolgreich eingeführte Konzept auch in Osnabrück funktioniert“, erläutert Rainer Kiehl, UPS-Projektmanager Citylogistik. Verläuft der Test in der Hasestadt erfolgreich, ist im nächsten Schritt eine Ausweitung um ein weiteres Fahrrad denkbar und später dann ein bereits an anderen Standorten erfolgreich umgesetztes „Hub“-Konzept, bei dem nicht mehr vom LKW auf das Fahrrad umgeladen wird, sondern aus Absetzcontainern oder für extra für diesen Zweck angemietete Ladenlokale, die dann als Umschlagort dienen und bei denen die Kunden auch selbst Pakete aufgeben oder abholen können.

Eine gemeinsame Verteilzentrale für verschiedene Paketdienste?

Stadtbaurat Frank Otte zeigte sich im Gespräch offen für ein derartiges Hub-Konzept, bei dem auch unterschiedliche Paketdienste ein gemeinsames Hub nutzen könnten.
Für die Umsetzung eines gesamtstädtischen Citylogistik-Konzeptes sei ein Zusammenspiel der Akteure Handel und Gastronomie, Logistikbranche sowie Stadt unerlässlich, so Otte, und weiter: „Genau diesen Ansatz verfolgen wir in unserem gemeinsamen Projekt „Mobile Zukunft‘“.

Schnittstellen zum Citylogistik-Konzept Osnabrueck24

Der Kontakt zu UPS und dem Fahrradhersteller Rytle war über das gemeinsame „Mobile Zukunft“-Projektbüro von Stadt und Stadtwerken entstanden. „Hinter dem Begriff Citylogistik steht der Ansatz, den Warenverkehr für die Innenstadt und von der Innenstadt zum Kunden nachhaltig zu optimieren“, erläuterte Dr. Stephan Rolfes. Der Stadtwerke-Mobilitätsvorstand sieht daher große Schnittstellen zu dem bereits angelaufenen Citylogistik-Netzwerk www.osnabrück24.de des Osnabrücker Handels. Mehrere Osnabrücker Einzelhändler haben sich hier zusammengeschlossen, um ihre Warenströme und ihren Lieferservice zu bündeln. „Beide Initiativen halten unnötige Lieferverkehre und Transporte aus der Innenstadt heraus und machen Osnabrück noch lebenswerter“, so Dr. Rolfes. „Einmal mehr zeigt sich: partnerschaftlich und gemeinsam erreichen wir mehr.“

UPS baut Diesel-Lieferwagen auf Elektroantrieb um

Sollte der aktuell nur im Testbetrieb laufende Lastenrad-Lieferservice in Osnabrück zu Regel werden, könnten für die Anlieferung aus dem Depot in Wallenhorst auch Elektro-LKW zum Einsatz kommen, erklärte UPS-Manager Rainer Kiehl im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Unternehmen hat bereits erfolgreich alte Auslieferfahrzeuge, deren Dieselmotor und Antriebsstrang mit mehr als 500.000 Kilometern am Ende der üblichen Nutzungszeit angelangt waren, bei denen der Fahrzeugaufbau aber noch gut war, erfolgreich zu Elektro-LKW umgebaut.

UPS beklagt Folgen der Führerschein-Umstellung

Für UPS ist neben der Nachhaltigkeit auch noch ein anderer Aspekt wichtig: Weil durch die Umstellung der Füherscheinklassen vor ein paar Jahren immer weniger Bewerber die Qualifikation haben einen größeren Lieferwagen zu fahren, werden auch hier die Fahrer knapp.
Die Osnabrücker Stadtwerke mussten in der vergangenen Woche mitteilen, dass eine seit langem geplante Ausweitung des Busliniennetzes um ein halbes Jahr verschoben werden muss, weil es am Arbeitsmarkt nicht genügend Busfahrer gibt – egal ob Pakete oder Personen, die Fahrer dafür werden knapp.

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Veröffentlicht: 05.06.2019 von Heiko Pohlmann, hansepost

Eco Performance Award: Das sind die Nominierten

 

Der Eco Performance Award für Nachhaltigkeit im Sraßengüterverkehr wird am 5. Juni 2019 im Rahmen der transport logistic vergeben. Sieben Unternehmen sind in den drei Kategorien Start-Up, Mittelstand und Groß-Unternehmen nominiert. Toll Collect hat die Nominierten gebeten, sich und ihr Projekt vorzustellen. Alle sieben Unternehmen haben diese Chance genutzt.

Die Start-Ups

Holland Container Innovations

Holland Container Innovations ist der stolze Entwickler von 4FOLD, dem weltweit ersten ISO- und CSC-zertifizierten faltbaren Versandbehälter. Mit 4FOLD Faltcontainern können leere Container effizient umgestellt werden, was Kosten und Emissionen spart.

Aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen Kontinenten sind 20 Prozent aller über See transportierten Container in Ländern und Regionen leer. Über Land sind dies sogar noch mehr, 40 Prozent aller Container sind leer. 4FOLD kann auf 25 Prozent seines Volumens gefaltet werden, wodurch vier gefaltete Behälter zu einem zusammenhängenden Bündel gestapelt werden. Dieses Bündel lässt sich wie ein Container handhaben und spart so Leertransport, Handling und Lagerung.

Die faltbaren Container 4FOLD senken die Emissionen, da Containerbewegungen eingespart und zusätzliche Kapazitäten für andere Sendungen geschaffen werden. Der Transport eines Bündels faltbarer Container spart direkt die Emissionen von drei LKW-Bewegungen. Berechnungen haben ergeben, dass die Einsparungen bis zu 20 Prozent der gesamten CO2-Emissionen von Lkw betragen können.

notime AG

notime ist ein Schweizer Technologie- und Logistikunternehmen, das nachhaltige Full-Service-Lösungen für Same Day und zeitfensterbasierte Lieferungen anbietet. Gegründet wurde es 2015. Mittlerweile gehören die grünen notime-Kuriere mit ihren Cargobikes, Elektrofahrzeugen und Fahrrädern fest zum Straßenbild der größten Schweizer Städte. Seit 2018 ist die Schweizer Post an notime beteiligt.

Die urbanen Gebiete verdichten sich. Das steigende Verkehrsaufkommen und die Schadstoffemissionen sind ein akutes Problem. Im E-Commerce-Sektor stehen dem eine wachsende Paketmenge und der Wunsch der Kunden nach einer immer flexibleren und schnelleren Zustellung gegenüber.

Die Antwort von notime ist eine innovative Citylogistik. Ihr Motor ist eine crowd-basierte IT-Plattform, die alle Prozesse – von der Paketbestellung über die Tourenplanung bis hin zur Lieferung nach Hause – steuert und optimiert. Das System arbeitet mit verschiedenen Verteilpunkten (z.B. Cityhubs, Mikrohubs) und minimiert so Zustellkilometer und Anzahl der Fahrten.

An dem Projekt sind Dr. Philipp Antoni, Stefan Kaspar, Michael Hauser, Reto Graf (Gründer und Geschäftsleitung), Dr. Berko Sierau (Forschung & Innovation) sowie das gesamte notime-Team beteiligt.

RYTLE GmbH

Das Bremer Unternehmen RYTLE GmbH wurde 2017 als gemeinsame Unternehmung (Joint Venture) zwischen dem Anhänger- und Aufbauhersteller Krone und dem Beratungsunternehmen Orbitak AG gegründet. Die Geschäftsführer sind Dr. Arne Kruse und Ingo Lübs.

Gleichzeitig bietet notime eine einmalige User-Experience: Die Endkunden bekommen ihre Ware zeitlich und örtlich flexibel sowie klimafreundlich zugestellt.

Das Unternehmen hat sich als Ziel gesetzt, eine ganzheitliche und innovative Logistiklösung für die letzte Meile zu entwickeln. Diese entwickelte Logistiklösung berücksichtigt gesellschaftliche Entwicklungen wie die digitalisierte Vernetzung, den boomenden Online-Handel und das steigende Paketvolumen. „RYTLE – the smart move“ besteht aus den vier unmittelbar aufeinander abgestimmten Komponenten MovR, BOX, HUB und APP, um die Lieferkette und den Transport auf der letzten Meile zu revolutionieren.

Der Mittelstand

Rigterink

Das familiengeführte, mittelständische Lebensmittellogistikunternehmen hat seinen Hauptsitz in Nordhorn. Das Unternehmen operiert mit einem hoch modernen Fuhrpark von über 400 Zugmaschinen und einem flächendeckenden Netzwerk mit über 120.000 qm Lagerfläche in ganz Deutschland. So arbeiten etwa 1000 Mitarbeiter als starkes Team für namhafte Markenartikelhersteller der Lebensmittelindustrie.

Wir haben kein spezifisches Projekt präsentiert. Sondern alle die wir in den letzten Jahren umgesetzt haben. Unsere Philosophie besteht aus drei Elementen: Ökonomie, Nachhaltigkeit und Innovation, die alle zusammenspielen und ständig gemessen werden. Ziel ist es, unseren CO²-Ausstoß kontinuierlich zu reduzieren und die Steigung unserer Mitarbeiterzufriedenheit- und bindung. In den letzten Jahren haben wir folgende Projekte umgesetzt:

  • Umstellung auf Euro 6
  • Einsatz E-LKW, Hybrid LKW, Lang-LKW
  • Einführung eines Prämiensystems
  • Dezentralisierung der Disposition
  • Einsatz von Drohnen im Lager
  • zwei Zusammenführungen von mehreren Standorten zu einem
  • Photovoltaikanlagen
  • Intelligente LED Beleuchtung im Lager
  • Fahrer am Wochenende zu Hause
  • Azubi-Projekte
  • Sozial- und Fitnessräume für unsere Mitarbeiter
  • uvm

An dem Projekt ist unser gesamtes Team beteiligt. Vom Azubi zum Lageristen, Fahrer, Administration, Werkstatt bis hin zur Geschäftsführung. Wenn wir alles zusammenarbeiten können wir viel schaffen.

swissconnect ag

Die swissconnect ag ist der schnellste und nachhaltigste Kurierdienst der Schweiz und stellt ihren Kunden seit 20 Jahren das richtige Transportmittel, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung. Das gelingt Dank eines Netzwerkes aus 80 Kurierbetrieben, welches 500 Fahrrad – und 200 Taxikuriere vereint und durch eine eigene, ausgeklügelte Software. Durch die Kombination mehrerer, möglichst ökologischer Transportmittel, wird der CO2-Ausstoss massiv gesenkt und die lokalen Kurierbetriebe berücksichtigt.

Seit 1988 gibt es in verschiedenen Schweizer Städten Fahrradkuriere. Deren Einsatzgebiete waren klein, bis im Jahre 1999 die swissconnect ag in Luzern gegründet wurde. Swissconnect verbindet die einzelnen Kuriere mit der Bahn und ist der schnellste und nachhaltigste Kurierdienst der Schweiz. In den vergangenen 20 Jahren ist das Netzwerk an Kurierbetrieben auf 80 Betriebe gewachsen – in den Städten sind es 500 Fahrrad- und in entlegenen Regionen 200 Taxikuriere. Jede einzelne Expresslieferung wird zentral über die eigene Logistiksoftware abgewickelt und koordiniert.

Durch die clevere Kombination mehrerer Transportmittel (Fahrrad, Zug, Taxi) gelangen Dank swissconnect unzählige Medikamente, Laborproben, Ersatzteile, wichtige Dokumente und vieles mehr schneller und nachhaltiger vom Absender zum Empfänger als mit jeder anderen Transportlösung. Es werden riesige Mengen an CO2 eingespart und den lokalen Kurierbetrieben wird die Möglichkeit geboten, Ihren Kunden nationale Transportlösungen anzubieten. Die Fahrradkuriere unterstehen seit dem 1. Mai 2019 dem europaweit ersten Gesamtarbeitsvertrag für Fahrradkuriere und sind gut versichert und entlöhnt. Am Projekt beteiligt sind 500 Fahrrad- und 200 Taxikuriere. Co-Geschäftsführer von swissconnect ist Christoph Masoner, Leiter Marketing&Verkauf ist Michael Hauenstein.

Die Groß-Unternehmen

Coop

Coop blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. Was mit einem kleinen Konsumverein begann, ist heute ein international agierendes Unternehmen mit fast 90.000 Mitarbeitenden im In- und Ausland. Coop ist davon überzeugt, dass nur ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen Erfolg haben kann. Deshalb ist Nachhaltigkeit bei Coop bereits seit Jahrzehnten ein integrierter Bestandteil aller Geschäftstätigkeit, so auch im Bereich Logistik und Mobilität.

Die einzige Alternative zum Verbrennungsmotor ist der Elektromotor. Der notwendige Strom kann aus Batterien oder H2 gewonnen werden. Mit einer Vielzahl von Partnern hat Coop als Enabler das Gesamtsystem H2 aufgebaut und die Voraussetzung für Mobilität im geschlossenen Wasserkreislauf geschaffen. Das Brennstoffzellenfahrzeug wandelt den nachhaltigen H2 wieder zu Strom um und treibt den Elektromotor an. Am Ende entweicht nur Wasserdampf aus dem Auspuff, der später wieder als Niederschlag zu Boden fällt. Die neue Form der Mobilität stößt kein CO2, keine Stick- und Schwefeloxyde und Rußpartikel aus. Neben zwölf Geschäftsautos besitzt Coop auch einen H2-betriebener LKW, der ebenfalls eine Weltneuheit darstellt. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Camion verursacht er 70 bis 80 Tonnen weniger CO2 pro Jahr. Das dichte Tankstellennetz von Coop bildet für die Umsetzung ideale Voraussetzungen. Mit 14 weiteren bedeutenden Unternehmen sollen in der Schweiz bis 2023 1.600 Wasserstoff-LKW in Betrieb genommen und ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellennetz erstellt werden.

Am Projekt sind Coop, die Coop Minraloel AG und die H2 Energy AG beteiligt.

LKW WALTER Internationale Transportorganisation AG

Das 1924 gegründete Familienunternehmen LKW WALTER ist die führende Transportorganisation im europäischen LKW-Komplettladungsverkehr und zählt zu den Top-50-Firmen in Österreich. Das Kerngeschäft des Privatunternehmens ist die Organisation von Komplettladungstransporten in ganz Europa sowie von und nach Russland, Zentralasien, dem Nahen Osten und Nordafrika. Seit 1984 leistet LKW WALTER auch Pionierarbeit bei der europaweiten Entwicklung Kombinierter Verkehre.

LKW WALTER ist Pionier im europäischen Intermodal-Verkehr. Aktuell nutzen wir dafür eine Flotte von über 10.000 Planentrailern und ein Netzwerk von 300 Abfahrten auf über 200 unterschiedlichen Short-Sea und Bahnrouten. Dieses Setup – das wir kontinuierlich ausbauen und erweitern – ermöglicht uns die Verlagerung von 392.000 FTL von der Straße auf den kombinierten Verkehr bzw. Short-Sea und eine Einsparung von 105 Millionen Liter Diesel sowie eine Reduktion der CO2-Emissionen von 330.000 Tonnen jährlich (2018).

Diese Verlagerung entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Verkehr auf europäischen Straßen nachhaltig (400 Mio FTL-km). Der Einsatz von Straßen-LKW konzentriert sich dadurch auf kurze Strecken im Vor- und Nachlauf. Die Fahrer profitieren somit von angenehmeren Arbeitszeiten und einem Einsatz in der Region. Unsere Kunden wiederum profitieren von unseren stabilen Kapazitäten und vertrauen auf unsere nachhaltigen und zukunftsorientierten Transportlösungen. Beteiligte am Projekt sind Helmut Eder (Vorstand) und Helmut Loinger (Sales Director).

Toll Collect wünscht allen Nominierten für den Eco Performance Award viel Glück. Wir berichten auf Facebook und im Liveblog von der transport logistic und stellen selbstverständlich auch den Sieger des Eco Performance Awards vor.

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Veröffentlicht: 03.06.2019 von Stephanie Kunert, toll collect

„Professionelle Konzepte sind gefragt“

Umweltzonen, enge Straßen, Verkehrschaos und der rasante Zuwachs an E-Commerce
sorgen dafür, dass auf der sogenannten letzten Meile antiquierte Arbeitsabläufe ins
Stocken geraten und bisherige Prozesse an ihre Grenzen stoßen.

LOGISTRA: Herr Lübs, noch vor wenigen Jahren undenkbar, entwickeln sich Lastenräder inzwischen
rasant zu einer echten Alternative im innerstädtischen Lieferverkehr. Wie und wann sind
Sie auf den kommenden Wandel aufmerksam geworden?

Ingo Lübs: Das Lastenrad an sich ist ja grundsätzlich keine neue Erfindung und dient, insbesondere
im asiatischen Raum, schon seit sehr langer Zeit als adäquates Transportvehikel. Seit jeher gab
es in der Krone Gruppe Last-Mile Produkte wie das KEP-Shuttle – nur fehlte allgemein bisher im
Markt das passende Gesamtkonzept für die letzte Meile oder wie wir intern sagen: die letzten Meter. Durch das Joint Venture Rytle, in dem wir einerseits Expertise aus dem Lastenfahrradbereich
sowie Automotive und IT mit dem Mitbegründer Dr. Arne Kruse und andererseits Expertenwissen aus
der Logistik als Trailerhersteller vereint haben, glaube ich behaupten zu können, dass wir einen
Lösungsansatz für diesen Wandel gefunden haben.

„Wir gehen davon aus, dass zukünftig 80 Prozent der Lieferungen in den Ballungsräumen
technisch mit Pedelecs zu realisieren sein werden.“ Ingo Lübs

LOGISTRA: Sie bieten neben dem elektrisch betriebenen Lastenrad „RYTLE MovR25“ auch noch die standardisierte Transportbox „RYTLE Box“, ein mobiles Hub und eine Softwareplattform an, die alle Beteiligten vernetzt. Warum?

Ingo Lübs: Durch eine unmittelbare Abstimmung zwischen den einzelnen Komponenten steht die Effizienz in der Zustellung auf dem letzten Meter im Vordergrund. Unser Ziel ist es, durch den Einsatz eines effektiven Gesamtkonzepts die Gesamtperformance zu steigern. Alle Elemente sind
einzeln oder als Gesamtsystem nutzbar. Außerdem sind hier professionelle Konzepte gefragt.

LOGISTRA: Wo und in welchem Umfang ist das Rytle-System bereits im praktischen Einsatz?

Ingo Lübs: Wir sind seither mit verschiedensten Kunden – etwa international tätigen wie auch kleineren
Paketdienstleistern – in mehr als 20 europäischen Städten unterwegs. Weitere 15 sind bei Kunden
in Planung und kommen kurzfristig dazu. Es gibt eine weltweite Nachfrage nach dem Produkt, die
man im ersten Schritt selbstverständlich nicht direkt bedienen kann. Mit der ersten Kooperation in den
USA zur Produktion der MovR gehen wir einen ersten Schritt in Richtung unserer Kunden auf diesem
Kontinent. Zudem eruieren wir gerade die Möglichkeit der lokalen Produktion im indischasiatischen
Raum.

LOGISTRA: Worauf sind Sie beim Lastenrad RYTLE MovR25 besonders stolz?

Ingo Lübs: Stolz ist vermutlich nicht der richtige Begriff. Ich persönlich würde es eher als ‚beeindruckend‘ charakterisieren. Der Wandel, den wir momentan innerhalb der ‚letzten Meter‘ bis vor die Tür der Kunden aktiv mitgestalten, ohne den Verkehr zu blockieren, sowie das Feedback von vielen Kunden und Interessierten zeigen uns, dass die Entwicklung und Umsetzung unseres MovR in die richtige Richtung gegangen ist. Hierbei stellen wir uns aber täglich auch neuen Herausforderungen, Produkte imlaufenden Prozess zu verbessern, aber auch Ideen wieder zu verwerfen.

LOGISTRA: Wie stellen Sie die Fahrzeugqualität sicher, sobald der MovR25 in die Serienfertigung geht?

Ingo Lübs: Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess ist und wird für uns essenziell bleiben. Hierbei ist uns der Kontakt mit unseren Kunden elementar, da wir hier mit direktem Feedback unseren MovR25
noch schneller verbessern und unseren verschiedenen Kundentypen ein passendes Produkt liefern können. Auch sind die Begriffe QM und QS von hoher Bedeutung, da wir in unserer Fertigung großen
Wert auf Qualität und saubere Ausarbeitung legen. Hier setzen wir auf verlässliche Komponentenlieferanten wie Heinzmann, BMZ oder Magura.

LOGISTRA: Wie organisieren Sie ein professionelles Service- und Wartungsnetz für Ihre Lastenräder?

Ingo Lübs: Wir arbeiten momentan an der Einrichtung unseres Service- und Wartungsnetzes. Für uns steht auch hier ganz klar im Fokus, Partner vor Ort zu finden, die nicht nur über das technische Knowhow verfügen, sondern auch die Rytle-Idee unterstützen. Nach grundsätzlichen Produktschulungen stehen wir unseren Servicepartnern mit Rat und Tat zur Seite. Bei Bedarf schulen wir auch ininternen Kundenstrukturen.

LOGISTRA: Wie lösen Sie das Problem, dass in den überfüllten Innenstädten meist kein Platz für große Logistik-Hubs ist?

Ingo Lübs: Wir sind im intensiven Austausch mit vielen Städten und Kommunen. Viele habe diese
Problematik erkannt, scheitern aber oft an eigenen bürokratischen Hürden. Nichtsdestotrotz richten
wir unsere Blicke natürlich auch auf weitere Optionen wie private Flächen oder ganz pragmatisch
Parkplätze großer Supermarktketten.

LOGISTRA: Erklären Sie bitte kurz die Idee hinter Ihrer Softwareplattform. Welchen Mehrwert hat das und wie bindet man sie in eine bestehende Unternehmens-IT ein?

Ingo Lübs: Die Idee unserer Softwareplattform ist recht simpel: In Echtzeit werden alle Beteiligten miteinander vernetzt. Dies bringt verschiedene Vorteile mit sich – wobei das Argument der Effizienz auch hier wieder im Vordergrund steht. Durch unsere Telematik, kombiniert mit Echtzeitdaten, gewähren wir beispielsweise dem Fahrer, dem Auftraggeber sowie dem Empfänger eine realistische Betrachtung einer möglichen Auslieferung.

LOGISTRA: Neben dem anfänglichen Fokus auf KEP-Dienste haben Sie auch Kühllösungen angekündigt. Was kann man hier erwarten?

Ingo Lübs: Kühllösungen von Rytle bedeuten, dass wir grundsätzlich ein breiteres Spektrum bedienen können. Hierbei gab es verschiedene weltweite Anfragen unter anderem von Lebensmittelketten, die gekühlte Ware ausliefern möchten. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern in Singapur haben
wir jetzt eine Möglichkeit gefunden, eine Box zu fertigen, die dies auch gewährleisten kann.

LOGISTRA: Welches Potenzial sehen Sie für Lastenräder langfristig? Wird künftig in der Stadt alles per Pedelec transportiert?

Ingo Lübs: Nein, das wäre utopisch, aber signifikante Veränderungen werden zu erkennen sein. Ich bin der Überzeugung, dass Transport und Mobilität sich durch ihre Vielseitigkeit auszeichnen – hierbei sprechen wir von einem Zusammenspiel unterschiedlicher Fahrzeugtypen sowie auch dem Pedelec.
Wir bei Rytle fokussieren uns auf die jeweiligen Bedürfnisse des urbanen Raums und versuchen auf
diese mit unserem Logistik- und Fahrzeugkonzept zu reagieren – hierbei wird das Pedelec natürlich
international eine tragende Rolle spielen. Wir gehen davon aus, dass zukünftig 80 Prozent der Lieferungen in den Ballungsräumen technisch mit Pedelecs zu realisieren sein werden. Bei bald über
vier Milliarden Paketen alleine in Deutschland glauben wir hier an unser Geschäftsmodell.

Veröffentlicht: Logistra 05/06 2019, Interview: Tobias Schweikl

Lösen Lastenräder die Lieferwagen in der Bielefelder City ab?

Am Containerbahnhof könnte ein Waren-Umschlagplatz für Innenstadt-Geschäfte entstehen.

Bielefeld. Jeden Morgen das gleiche Bild: Reihenweise stehen Kleintransporter mit Waren und Paketen für Geschäfte mitten in der Fußgängerzone. Manchmal ist fast kein Durchkommen mehr. Dabei könnten „50 Prozent der Lieferungen im Innenstadtbereich mit Lastenfahrrädern zu den Kunden gebracht werden“, schätzt Bernd Küffner vom Verkehrsclub Deutschland. Leise und vor allem abgasfrei wäre das. Sind Drahtesel mit zwei oder drei Rädern die Zukunft für den Lieferverkehr in der City?

Mehrere tausend Pakete werden täglich von unterschiedlichen Transport- und Kurierdiensten in die City gebracht. Die Paprika-Koalition hat daher ein zentrales Verteilzentrum am früheren Containerbahnhof vorgeschlagen. Dort könnten Waren von Lkw auf E-Mobile und Cargobikes umgeschlagen werden.

Zentrales Verteilzentrum am Containerbahnhof

Das Beraterbüro Logistic Network Consultants (LNC) hat das im Auftrag der Stadt untersucht. Getrieben vom Online-Handel gehe der Trend zu immer größeren Stückzahlen und immer schnelleren Lieferungen, sagen die Berater. Ein zentrales Verteilzentrum sei eine Chance für die City-Logistik – und für den Einsatz von Lastenrädern.

Ältester Anbieter in Bielefeld ist hier der Radkurierdienst Flottweg. Seit 1990 bringt er Post und Waren per Fahrrad zu den Empfängern. Auch zwei Lastenräder gehören neben Kleintransportern mit Erdgasantrieb zur Flotte. Mit Fahrrädern sind die Flottweg-Kuriere in der erweiterten Innenstadt unterwegs. „Lastenräder sind eine Lösung, aber nicht zu 100 Prozent“, sagt Geschäftsführer Volker Radzik.

Radschnellweg müsste gebaut werden

Und nur mit dem Bau eines Warenlagers an der Eckendorfer Straße sei es nicht getan. Ein Verteilsystem, das auf Lastenräder setze, brauche Infrastruktur. „Dann müssen Radwege ausgebaut werden, und nicht zu knapp“, sagt Radzik. Gut wäre ein Fahrschnellweg vom Containerbahnhof in die City. Und mehr Abstellraum. „In Kopenhagen“, sagt Radzig, „läuft die Mobilitätswende so erfolgreich, dass es kaum noch Platz für Lastenräder gibt.“

Der Branchenverband „Paket-Express-Logistik“ fordert Privilegien für den städtischen Wirtschaftsverkehr. Dazu gehört „Rechtssicherheit für Mikro-Depots“. Gemeint sind kleine Standorte für Container. Dort laden Kleintransporter Waren ab. Lastenrad-Kuriere nehmen sie dann für die „Zustellung auf der letzten Meile“ auf.

Paketdepots in Straßenbahnwaggons

„Auch Straßenbahnwaggons, die vorübergehend auf Abstellgleisen geparkt werden, könnten als Paket-Depots genutzt werden“, meint Professor Jens Haubrock vom Institut für technische Energiesysteme der FH Bielefeld. Er betont: „Die Wirtschaftlichkeit eines Lastenradsystems hängt von Mikro-Hubs ab.“ Eben jene Mini-Depots.

Denn durch sie verkürzen sich die Wege, die unbeladene Transporträder zurücklegen müssen, um wieder neue Waren und Pakete aufzunehmen.

Die großen Paketdienstleister sind schon am Ball. DHL, DPD, Hermes, GLS und UPS haben 2018 in Berlin das Projekt KoMoDo gestartet. Container aller beteiligten Unternehmen stehen an einem Umschlagplatz. Jedes Unternehmen liefert seine Pakete mit eigenen Lastwagen an und sorgt von dort mit eigenen Lastenrädern für die Feinverteilung in den umliegenden Wohngebieten.

„Würden Paketdienste zusammenarbeiten und Sendungen untereinander austauschen, könnten mit solchen Modellen zudem Wege und Kosten gespart werden“, meint Volker Radzik von Flottweg.

Rikschas mit Ladeflächen

In Nürnberg haben die Stadt, die IHK Mittelfranken und die Fachhochschule Nürnberg ein Modellprojekt zum Mikro-Depot-Konzept durchgeführt. Ein Ergebnis: 30 Prozent der innerstädtischen Paket-Fahrten können emissionsfrei von Lastenrädern übernommen werden. Ein Folgeprojekt läuft bis Ende 2019.

Zum Einsatz kommen neben zweirädrigen Lastenrädern auch Konstruktionen mit drei Rädern und Ladeflächen, auf die eine Europalette passt. Oder rikscha-artige Fahrzeuge mit zwei Kubikmeter großen Aufbauten und Elektromotor. Die baut die Firma Rytle, die dazu passende Paketdepots gleich mitanbietet. Der Lkw-Anhänger-Bauer Krone und ein Bremer Startup haben das junge Unternehmen gegründet.

Nicht zu Dumpingpreisen

„Die Wirtschaftlichkeit der Lastenrad-Logistik ist derzeit noch schwer einzuschätzen“, sagt Marco Rieso von der Industrie- und Handelskammer. Wie teuer sind die Räder, was kosten Containerstandorte, wie viele E-Trikes braucht man, um einen Kleintransporter zu ersetzen?

„Wir würden gerne mitmachen, doch nicht zu Dumpingpreisen“, sagt Volker Radzik von flottweg. Was er meint, ist ein weiterer Kostenpunkt: die Arbeitsbedingungen der Fahrer. In seinem Unternehmen gibt es nur Festangestellte.

Tarifgerechter Lohn für Fahrer gefordert

„Verbreitet ist, dass Kurierdienste Freelancer beschäftigen, die oft nur zwei, drei Stunden am Tag fahren“, sagt Uwe Speckenwirth. Er leitet bei Verdi in NRW den Fachbereich Post und Logistik. Freelancer müssten häufig Vermittlungsgebühren bezahlen, zudem Sozialversicherung, Unfallschutz und Ausfallrisiko übernehmen. Speckenwirth fordert: „Wo gutes Geld verdient wird, sollen die Beschäftigten tarifgerecht entlohnt werden.“

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Veröffentlicht: Sebastian Kaiser, Neue Westfälische am 26.04.2019

 

Mit RYTLE die letzte Meile meistern

Umweltzonen, Verkehrschaos und der Zuwachs an E-Commerce verändern auf der sogenannten letzten Meile immer mehr Arbeitsabläufe und Prozesse. Spezialisten mit Erfahrungen und Zukunftsvisionen revolutionieren allerdings die bisherige City Logistik.

Immer häufiger sieht man sie in der Logistik: die elektronisch betriebenen Cargo Bikes der RYTLE GmbH aus Bremen. Das erst 2017 gegründete Joint Venture kreierte mit seinen Experten ein neuartiges System: autarke mobile Depots (HUB), elektrisch betriebene Cargo Bikes (RYTLE MovR25) mit Wechselfunktion für standardisierte Transportboxen (RYTLE BOX) und eine passende IT-Plattform, die alle Beteiligten in Echtzeit miteinander vernetzt (IOT). Der MovR kann ohne Führerschein gefahren werden, bietet dem Fahrer optimalen Schutz und lässt sich einfach bedienen – noch dazu ist er als Pedelec 25 und Arbeitsgerät zugelassen.

Effizient und emissionsfrei

Das Herzstück – der Radnabenmotor – stammt von der Firma HEINZMANN, die, wie auch der Paketdienstleister UPS, bei der Entwicklung aktiv mitwirkte. „RYTLE bietet ein überzeugendes Konzept, das in der Zentrale der Dienstleister für die letzte Meile beginnt und an der Haustür beim Kunden endet“, so Peter Mérimèche, Geschäftsführer bei dem Motorenhersteller. „Unser Aggregat kann die maximale Leistung sehr lange abrufen. Zudem verfügt es über das derzeitige stärkste Drehmoment unter allen gängigen Fahrrad- bzw. Lastenrad-Motormodellen mit bis zu 115 NM Spitzendrehmoment. Der besondere systemische Vorteil liegt darin, dass die Kraft direkt am Rad entsteht, wo sie benötigt wird.“ Geringerer Verschleiß und kleiner Wartungsaufwand waren Punkte, die auch die RYTLE -Geschäftsführer Dr. Arne Kruse und Ingo Lübs dazu bewogen, auf HEINZMANN zu vertrauen. „Mit unserer Ausstattung ist der Fahrer schneller in der Anfahrt als mancher PKW, fließt im bestehenden Verkehr mit, kann leicht auf dem Radweg wechseln oder im Innenstadtbereich gefahrlos in Seitenstraßen abbiegen“, so Mitgründer Lübs.

International Paketdienstleister und Kurierdienst wie UPS, Citipost, Hermes und andere haben bereits herkömmliche Fahrzeuge durch RYTLE Cargo Bikes ersetzt. „Mit den MovRn gelingt es uns, nicht nur energetisch neue Wege zu gehen, sondern auch unsere Zusteller zu entlasten“, freut sich Jan Fitzner, Geschäftsführer von Citipost. UPS erprobt ebenfalls RYTLE Cargo Bikes in europäischen Städten, in München wird das mobile HUB getestet. „Damit suchen wir nun nach neuen Möglichkeiten, unsere City-Logistik-Lösung zu verfeinern, und haben uns täglich insgesamt mehr als 1500 emissionsarme Stopps in der Stadt“, erklärt Rainer Kiehl, Projekt-Manager City Logistik UPS Deutschland.

Diesen Artikel finden Sie hier: verkehrsrundschau 16-17/2019 S. 14 am 23.04.2019

Lastenräder: Cargobike mit Isolierbox

Das 2017 gegründete Joint Venture Rytle GmbH hat sein Cargobike „MovR 25“ mit einer isolierten Wechselbox präsentiert. Das als Prototyp gezeigte Fahrzeug verfügt über eine passiv gekühlte Isolier-Wechselbox. Es wurde gemeinsam mit dem Composite Cluster Singapore entworfen und entwickelt. Eine Variante mit Kühlaggregat sei dem Vernehmen nach in Planung.

Zudem geht der Lastenradanbieter auch auf dem nordamerikanischen Markt an den Start. Dafür kooperiert das Bremer Unternehmen mit dem amerikanischen Nutzfahrzeuge Hersteller Silver Eagle Manufacturing aus Portland (Oregon), wie am Rande des „TMC Annual Meeting & Transportation Technology Exhibition 2019“ in Atlanta, Georgia, bekannt wurde. Gary Gaussoin, Inhaber Silver Eagle, erklärt: „Die Partnerschaft, die wir mit RYTLE eingegangen sind, bringt deutsches Ingenieurwesen und unsere lokale Produktion zusammen. Gemeinsam können wir nun die intelligenteste Stadtlogistik auch in Nordamerika etablieren“.

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Veröffentlicht: 17.04.2019 von Johannes Reichel, logistra