Lastenrad – Saubere Revolution auf drei Rädern

Das Rad soll den Verkehr entlasten und Arbeitsplätze schaffen. In Zukunft könnte es große, schmutzige Paketfahrzeuge ersetzen.

Bremen Verstopfte Straßen, dicke Luft und kein Durchkommen – geht es nach Arne Kruse, soll all das bald ein Stück weit der Vergangenheit angehören. Der Bremer Unternehmer hat den sogenannten „Movr“ entwickelt, ein dreirädriges Lastenrad, das zukünftig nicht nur große Paketfahrzeuge aus den Straßen verbannen soll, sondern auch Arbeitsplätze schaffen könnte.

Das System dahinter ist denkbar einfach: Man bestellt über das Internet einen PC. Über lange Lieferketten kommt das Paket irgendwann beim Kunden an. Vorher – und hier kommt Kruses Erfindung zum Einsatz – muss das Paket vom Zustellzentrum auf Paketfahrzeuge verladen werden, genau die Wagen, die oft enge Straßen minutenlang blockieren und nicht nur für dicke Luft, sondern auch für Ärger bei Anwohnern und Autofahrern sorgen. Kruses Idee, die er zusammen mit dem Nutzfahrzeughersteller Krone (Emsland) und seiner Unternehmensberatung Orbitak entwickelt hat, nennt sich „Movr“ und wird über die Firma „Rytle“ vertrieben.

„Movr“ ist im Grunde die Kombination aus drei Elementen. Erstens: das Fahrrad, das optisch einem normalen Lastenrad ähnelt. 25 Kilometer pro Stunde schnell, mit zwei E-Motoren, Rückwärtsgang und Anfahrhilfe ausgestattet, kann dieses Gefährt kleine Container transportieren. Mit einer speziellen Vorrichtung am hinteren Teil des Rades ist es möglich – und da wären wir beim zweiten Teil –, die etwa zwei Meter hohen Kleincontainer aufzunehmen und an anderer Stelle wieder abzuladen. Als drittes Element kommen sogenannte Hubs ins Spiel. Diese Stationen, die Platz für bis zu neun Kleincontainer bieten, können beliebig an Stellen in der Stadt verteilt werden und dienen als Anlaufpunkt für die Lastenräder, die dort die einzelnen Boxen entnehmen und leere wieder abladen können.

Steuerbar ist all das über spezielle Technik, die es dem Fahrer mittels Smartphone möglich machen soll, alle relevanten Daten abzurufen. So sei es für den Fahrer leicht, schnell herauszufinden, welches Paket an welche Adresse muss und wie er Routen am effizientesten kombiniert.

Ende 2016 entstand die Idee, Startschuss für den ersten Prototypen war bereits fünf Monate später. Weitere drei Monate darauf fertigten Kruses Mitarbeiter die erste Vorserie an, seit Anfang des Jahres läuft die Serienproduktion auf Hochtouren, erklärt er. In Hamburg werden aktuell die ersten Räder im Alltagsbetrieb getestet. Auch das Paketunternehmen UPS gehört zu Kruses Kunden. Geht es nach dem 46-Jährigen, soll das Rad keine Notlösung sein, sondern sich als fester Bestandteil der Lieferkette etablieren. Kruse will „die letzte Meile grün machen“ – und der „Movr“ sei nur der Anfang.

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Veröffentlicht: 27. März 2018 von Steffen Koller, nwzonline.de

Lastenrad „Movr“: Revolution auf drei Rädern

Bremer Firma will Jobs und eine saubere Umwelt schaffen

Das Lastenrad „Movr“ der Bremer Firma „Rytle“ ist in der Lage, europalettengroße Kleincontainer aufzunehmen. Die Räder sollen zukünftig große Paketfahrzeuge aus den Innenstädten verbannen und Jobs schaffen.

Bremen – Von Steffen Koller. Verstopfte Straßen, dicke Luft und kein Durchkommen – geht es nach Arne Kruse, soll all das bald ein Stück weit der Vergangenheit angehören. Der Bremer Unternehmer hat den sogenannten „Movr“ entwickelt, ein dreirädriges Lastenrad, das zukünftig nicht nur große Paketfahrzeuge aus den Straßen verbannen soll, sondern auch auf einfache Weise Arbeitsplätze schaffen könnte.

Das System dahinter ist denkbar einfach – und doch bietet es auf mehreren Ebenen Vorteile, die auf der Hand zu liegen zu scheinen. Ein einfaches Beispiel: Man bestellt über das Internet einen PC. Über lange Lieferketten kommt das Paket irgendwann beim Kunden an. Vorher – und hier kommt Kruses Erfindung zum Einsatz – muss das Paket vom Zustellzentrum auf Paketfahrzeuge verladen werden, genau die Wagen, die oft (notgedrungen) enge Straßen minutenlang blockieren und nicht nur für dicke Luft, sondern auch für Ärger bei Anwohnern und Autofahrern sorgen.

Kruses Idee, die er zusammen mit dem Nutzfahrzeugehersteller Krone (Emsland) und seiner Unternehmensberatung Orbitak entwickelt hat, nennt sich „Movr“ und wird über die Firma „Rytle“ vertrieben. Bei beiden Firmen zeichnet Kruse als Geschäftsführer verantwortlich.

Kombination aus drei Elementen

„Movr“ ist im Grunde die Kombination aus drei Elementen. Erstens: das Fahrrad, das optisch einem normalen Lastenrad ähnelt. 25 Kilometer pro Stunde schnell, mit zwei E-Motoren, Rückwärtsgang und Anfahrhilfe ausgestattet, kann dieses Gefährt kleine Container transportieren, die auf die Abmessungen einer Europalette genormt sind.

Mit einer speziellen Vorrichtung am hinteren Teil des Rades ist es möglich – und da wären wir beim zweiten Teil –, die etwa zwei Meter hohen Kleincontainer aufzunehmen und an anderer Stelle wieder abzuladen. Als drittes Element kommen sogenannte Hubs ins Spiel. Diese Stationen, die Platz für bis zu neun Kleincontainer bieten, können beliebig an Stellen in der Stadt verteilt werden und dienen als Anlaufpunkt für die Lastenräder, die dort die einzelnen Boxen entnehmen und leere wieder abladen können.

Jeder soll sich am Verteilen von Paketen beteiligen können

Steuerbar ist all das über spezielle Technik, die es dem Fahrer mittels Smartphone möglich machen soll, alle relevanten Daten (Standort, Inhalt, beste Route) abzurufen. So sei es für den Fahrer leicht, schnell herauszufinden, welches Paket an welche Adresse muss und wie er Routen am effizientesten kombiniert. Und da kommt eine weitere Säule der Erfindung ins Spiel, dass sich im Fachjargon „Crowdworking“ nennt. Man meldet sich über eine App an, schaut, wo Hubs und Räder stehen und bekommt über die App die entsprechenden Informationen.

Schon, so die Idee, könne sich im Grunde jeder an dem Verteilen von Paketen beteiligen und Geld verdienen. „Auch Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen oder ohne Führerschein und Ausbildung“, erklärt der 46-jährige Diplom-Ingenieur seine Vision für die Zukunft.

Kruse will „die letzte Meile grün machen“

Ende 2016 entstand die Idee, Startschuss für den ersten Prototypen war bereits fünf Monate später. Weitere drei Monate darauf fertigten Kruses Mitarbeiter die erste Vorserie an, seit Anfang des Jahres läuft die Serienproduktion auf Hochtouren, erklärt er. In Hamburg werden aktuell die ersten Räder, die einen Preis im „kleinen fünfstelligen Bereich“ haben, im Alltagsbetrieb getestet.

Auch das Paketunternehmen UPS gehört zu Kruses Kunden. Geht es nach dem 46-Jährigen, soll das Rad keine Notlösung im Paketbereich sein, sondern sich als fester Bestandteil der Lieferkette etablieren. Kruse will „die letzte Meile grün machen“ – und der „Movr“ sei dabei nur der Anfang.

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Veröffentlicht: 26.02.2018, aktualisiert am 26. März 2018 von kreiszeitung.de

„Digital-Gipfel“ in Lingen: Neue Geschäftsmodelle erwartet

Lingen. Auf einem „Digital-Gipfel“ der IT-Achse Ems haben sich zur ersten Jahresveranstaltung im IT-Zentrum Lingen 160 Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Kammern getroffen. Ihr Fazit: Die IT wird zum wichtigsten Instrument der Geschäftsführung.

„Die Welt der IT hat sich mit enormer Geschwindigkeit gewandelt. Hochoptimierte Technik bringt immer neue Beschleunigung bestimmter Rechenoperationen mit sich. Digitalisierung löst die Automatisierung ab und eröffnet neue Geschäftsmodelle“, bemerkte Tim Husmann, Geschäftsführer der IT-Achse Ems vom Standort Lingen.

„Politik muss für Rahmenbedingungen sorgen“

Die enormen Herausforderungen seien für das Kompetenznetzwerk der IT-Wirtschaft jedoch nicht alleine zu stemmen. Die Politik müsse für Rahmenbedingungen sorgen und die Entwicklung der IT-Wirtschaft in der Region unterstützen. Im Eröffnungsgespräch versicherten Landrat Reinhard Winter und Oberbürgermeister Dieter Krone, ein Bündel an Initiativen und Maßnahmen zu entfalten.

„Enorme Chancen durch Digitalisierung“

Die Digitalisierung biete im ländlichen Raum dem breit aufgestellten Mittelstand unter anderem mit flächendeckender Breitbandinfrastruktur und einer 5G-Technologie mit zigfach schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten enorme Chancen. Auch die Fachkräftegewinnung gehöre zu den unabdingbaren Aufgaben für den Landkreis und die Kommunen.

„Erfolgreiches Instrument“

„Mit der IT-Emsland haben wir als Stadt Lingen zusammen mit dem Landkreis Emsland bereits ein äußerst erfolgreiches Instrument für Transferleistungen im Themenkomplex Digitalisierung, von denen zahlreiche Klein- und Mittelunternehmen profitieren können“, betonte Krone. Vom Kompetenznetzwerk IT verspricht sich Landrat Winter eine Vorreiterrolle nach dem emsländischen Selbstverständnis: „Machen statt warten.“

Veränderte Märkte

Antworten auf digitale Fragen vermittelte Jens-Uwe-Meyer in seinem Vortrag „Digitale Disruption“, was „Zerrüttung des Marktes, Zerschlagung von Industriebetrieben“ bedeutet. „Digitale Disruption ist die nächste Stufe der Innovation“, so Meyer, und alle Branchen seien betroffen. Es gelte, visionär nach vorne zu schauen, denn die Kunden würden in einigen Jahren den veränderten Bedürfnissen folgen. Zur unternehmerischen Triebfeder gehöre ein neues Denken, Innovation und Flexibilität, um die Chancen der sich veränderten Märkte zu nutzen.

„Entdecken Sie sich und Ihre Mitarbeiter neu“

„Machen Sie aus analogen Produkten ein digitales Geschäftsmodell, entdecken Sie sich und Ihre Mitarbeiter neu“, appellierte Meyer an Teilnehmer. Bernhard Krone, geschäftsführender Gesellschafter der Krone-Gruppe aus Spelle, und Goy-Hinrich Korn (ebenfalls Krone) erläuterten in ihrem Vortrag „Industrie im Wandel – Vom kompetenten Maschinenbauer zum digitalen Dienstleister“ die Herausforderungen und Maßnahmen, „die uns als Hersteller und Industrieunternehmen seit vielen Jahren beschäftigen.“

„Wir müssen immer an die Mitarbeiter denken“

Ob Disruption und Familienunternehmen überhaupt zueinander passen, veranschaulichten sie anhand von Produkten und Märkten. Offen seien sie bei verschiedenen Themen für Entwicklungsschritte und disruptiven Ideen hin zu einem neuen Geschäftsmodell. „Doch wir müssen immer an die Mitarbeiter denken“, betonte Bernard Krone.

„Enormes Potenzial“

Tim Husmann sieht als Netzwerk-Manager für alle IT-Branchen in der Region Emsland, Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim ein enormes Potenzial, um Geschäftsmodelle weiter zu entwickeln.

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Veröffentlicht: 04. März 2018 von Johannes Franke, noz.de

German start-up Rytle launches new inner-city logistics concept

German start-up, Rytle, has set out to disrupt urban logistics by replacing traditional modes of transportation with a new, electric mobility concept based on the trusted cargo bicycle.

Based out of Bremen in northern Germany, Rytle is planning to free up city centres around the world by replacing rigid trucks and vans with electrically driven cargo bicycles that transport specially designed, prepacked transport boxes the size of a standard pallet.

According to Joint Managing Director, Dr Arne Kruse (main image right), Rytle’s concept is a “logical continuation” of the city hub model currently being trialled across Europe, where transport businesses install peripheral ‘hubs’ and then use local courier services to navigate the final leg to the client.

By designing a new type of electrically driven cargo bike – the Movr – as well as a new, standardized transport box and an app-based IT solution to connect all stakeholders, Dr Kruse said Rytle’s goal is to fundamentally reinvent metropolitan logistics and courier services, not simply add a new alternative to the industry’s traditional toolbox.

According to Joint Managing Director, Ingo Lübs (main image left), the Rytle concept must therefore be considered “a holistic solution” to the challenges digitisation, electric mobility and public environmental awareness present to the urban logistics community.

“Rytle is providing cities with a complete solution to the unique challenges of our time, including the fill digitisation of final mile logistics,” he told Global Trailer, indicating that an integrated leasing/ rental model is also on the cards – not just in Germany, but all across Europe. Transport businesses from Asia and even Australia have reportedly also shown interest already. “The result is a safe, efficient, environmentally friendly solution that will reduce traffic, noise and air pollution dramatically.”

According to Lübs, Rytle will also provide a series of small-scale city hubs the size of two standard car parking spaces that act as central pick-up locations for the fleet of Movr bikes, each holding a maximum of nine boxes prepacked and ready to go. “The bikes effectively work like a forklift,” he explained. “They back up to the hub, lift and load the box mechanically or electronically, depending on the model, and lock it securely to the frame. The driver then logs onto a cloud-based, block chain secured app and gets access to information about box content, client and destination.”

The software, he says, is able to connect to all standard logistics management systems and will inform head office about location, load condition and even the live weight of each box to ensure a safe and secure delivery process. Maintenance-free electric wheelhub engines support the driver in building up momentum and to cover long distances at up to 25km/h without effort.

With multiple field tests planned during the second half of 2018, Lübs and Kruse are confident the Rytle system has the potential to revolutionise inner city transport – especially with Germany’s top administrative court recently ruling that cities have the right to ban diesel engines in an effort to take action against air pollution.

“We believe cargo bicycles have long been underestimated,” they told Global Trailer. “By taking on a more holistic approach, they could perfectly complement the logistics solutions of today and finally bring the digital economy to the urban logistics space – all while keeping our city centres quiet and pollution-free.”

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Veröffentlicht: März 2018 von globaltrailermag.com

Erfolgreiche Konzepte in der urbanen sowie der Intralogistik sind in Zukunft wirtschaftlich, standardisiert und intelligent vernetzt.

Dr. Arne Kruse und Ingo Lübs,  Rytle

„The Smart Move“ für die letzte Meile haben Dr. Arne Kruse (46) und Ingo Lübs (39) mit Rytle konzipiert: Das Bremer Unternehmen verbindet den „Movr“, ein innovatives Lastenrad, mit einer standardisierten Box und einem hydraulischen Hub zu einem vollständig vernetzten Konzept für emissionsfreien Transport in der City. In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeln die beiden Rytle-Geschäftsführer einen Brennstoffzellenantrieb und viele weitere clevere Features.

Veröffentlicht: 2018 von BVL Magazin Zwei (Seite 22)

 

Solutrans 2017: Rytle präsentiert Profi-Lastenrad mit UPS

Das Krone-Orbitak-Joint-Venture strebt weiter in Richtung Großserie und zeigte eine mit UPS entwickelte Version seines innovativen Lastenradkonzepts. Das ist gekoppelt an Mikro-Hubs mit Wechselbrücken und soll etwa 16.000 Euro kosten.

Der aus einer Kooperation zwischen dem Beratungsunternehmen Orbitak AG sowie dem Anhänger- und Aufbauhersteller Krone hervorgegangene neue Lastenradanbieter Rytle aus Bremen hat sein Konzept erstmals in Großserie umgesetzt. Das gemeinsam entwickelte mehrspurige Profi-Lastenrad mit Wechselaufbau befindet sich beim an der Weiterentwicklung beteiligten Kurier- und Paketlogistiker UPS im Feld-Test, der es wohl auch weltweit einsetzen will. Bei dem Rytle-Lastenrad (LOGISTRAberichtete) namens MovR wurde laut Anbieter größter Wert auf Standardisierbarkeit der Komponenten gelegt. Es wird ein einschiebbarer Kofferaufbau im Palettenmaß 80×120 cm verwendet, der wiederum gekoppelt ist an einen Standard-Wechselcontainer, am Stand als 10-Fuß-Version demonstriert. Dieser bildet eine Art „Mikrodepot“. Darin finden neun der gut 1,80 Meter hohen und leicht rollbaren Koffer Platz. Über den Fahrzeugkonzept hinaus bietet der Hersteller eine per Smartphone-App steuerbare City-Logistik an, in der der gesamte Transportprozess abgewickelt werden kann. Außerdem soll der Transport der Wechselcontainer in einem ersten Pilotprojekt mit einem elektrisch angetriebenen 12-Tonner eines laut Aussage am Stand deutschen Herstellers erfolgen.

Das mit einer Plexiglashaube über dem Fahrersitz versehene und dem ersten Eindruck nach äußerst solide gefertigte und seriös verarbeitete Lastenpedelec selbst verfügt über zwei Heinzmann-Radnabenantriebe, zwei bis wahlweise vier Lithium-Ionen-Akkus mit je 25 Ah-Stunden Kapazität sowie hydraulische Magura-Scheibenbremsen der Heavy-Duty-Klasse Der Antrieb verfügt auch über eine Rückwärtsfahrfunktion, vorwärts lässt sich der Anrollprozess, wie bei Pedelecs üblich, per Dreh am Lenkergriff rein elektrisch und ohne zu treten vornehmen. Bei 120 Kilo Leergewicht und einem zulässigen Gesamtgewicht von 350 Kilo darf das Lastenrad inklusive Fahrer etwa 150 Kilogramm Nutzlast schultern. Es soll akkuseitig über eine ausreichende Reserven für eine Tagesschicht verfügen, wird in der Praxis teils aber auch für zwei Tagesschichten ohne Zwischenladen verwendet, wie ein Verantwortlicher am Stand berichtet. Der Aufbau und das Fahrrad sind separat absperrbar über eine Bluetooth-basierte Funktion. Zu der Verkleidung des Fahrrads auf der linken Seite soll noch ein transparenter Zip-Vorhang kommen, um den Fahrer zusätzlich vor Nässe zu schützen. Rechts soll der Ein- und Ausstieg aus Handlinggründen offen bleiben.

Das Lastenrad wird bei Speedliner in Zerbst gefertigt. Es soll zwischen 16.000 und 17.000 Euro Komplettpreis kosten. Es soll auch eine Leasing- sowie eine Mietoption geben. Dem relativ hohen Anschaffungspreis hält der Anbieter Einsparungen auf der Seite der konventionellen motorisierten Fahrzeuge im Fuhrpark entgegen. Derzeit gibt es mehrere Servicepunkte, der Hersteller arbeitet an der Ausweitung des Werkstattnetzes. Alle Ersatzteile sollen über das Krone-Ersatzteilmanagement erhältlich sein. Als Anwendungsfelder sieht der Anbieter auch Servicedienste, Handwerk und Gewerbe sowie nicht zuletzt intralogistische Einsätze.

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Veröffentlicht: 23. November 2017 von Johannes Reichel, logistra.de

RYTLE – Lastenradkonzept gewinnt Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2018

Mobilitätskonzept für die City Logistik des 21. Jahrhunderts

Das frisch gegründete Joint-Venture der Krone Gruppe und der Orbitak AG namens RYTLE wurde von einer Fachjury für sein innovatives Lastenradkonzept mit dem Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2018 ausgezeichnet. In der Kategorie „Mobilitätskonzepte“ setzte sich das junge Unternehmen gegen namhafte Branchenkenner durch. Den Preis erhielten 16 Unternehmen die in auszeichnungswürdiger Weise ökonomischen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden – und deren nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum und Wohlstand der Gesellschaft führt. Bei der Verleihung in München übergab die Jury vor geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft den Preis an die RYTLE GmbH.

Die Geschäftsführer Dr. Arne Kruse und Ingo Lübs freuten sich über die Leistungen Ihres gesamten Teams: „RYTLE hat ein Mobilitätskonzept, welches ganzheitlich die City Logistik vernetzt. Wir setzen kompromisslos auf Nachhaltigkeit. Die Feldphase eines globalen Logistikers mit dem Lastenrad MOVR läuft erfolgreich, so machen wir die letzte Meile umweltfreundlich und leise.

Besonders in Ballungszentren wollen die Menschen saubere, hochmobile Städte. Wir wissen, dass unser Mobilitätskonzept den Nerv der Zeit trifft. Seit mehreren Monaten testen wir im Einsatz unsere Hard- und Software und haben viele Dienstleister überzeugt. Die Entscheidung der Fachjury, uns den Preis zu verleihen, ehrt uns sehr und bestätigt unsere Visionen für die Menschen weiter innovativ voran zu gehen.“

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Veröffentlicht: 06. Dezember 2017

Europäischer Transportpreis für Nachhaltigkeit: Die Preisträger 2018

Die Zeitung Transport hat die Sieger des Europäischen Transportpreises für Nachhaltigkeit 2018 ausgezeichnet. Prämiert wurden 16 Unternehmen für ihre herausragenden und nachhaltigen Leistungen innerhalb der Nutzfahrzeugbranche. Zudem erhielten sechs Unternehmen der Speditions- und Transportlogistikbranche einen Sonderpreis.

Die Zeitung Transport hat zum vierten Mal den Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit verliehen. Für den Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2018 konnten sich Unternehmen aus der Nutzfahrzeugbranche bewerben, die in auszeichnungswürdiger Weise ökonomischen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden – und deren nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum und Wohlstand führt. In diesem Jahr wurden 16 Preisträger in 16 Kategorien ausgezeichnet. Zudem erhielten sechs Unternehmen der Speditions- und Transportlogistikbranche Sonderpreise.

Der Europäische Transportpreis für Nachhaltigkeit wird seit 2011 alle zwei Jahre jeweils für das folgende Jahr von der Zeitung Transport und dem HUSS-VERLAG vergeben. Bei den diesjährigen Gewinnern des Wettbewerbs handelt es sich sowohl um große Konzerne aus der Nutzfahrzeug- und Zuliefererindustrie als auch um typische Mittelständler sowie Start-ups.

„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr bei den Preisträgern sehr unterschiedlich aufgestellte Unternehmen zu finden sind, die sich alle der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Das zeugt von der Agilität der Branche und gibt Hoffnung für die Zukunft“, erklärt Torsten Buchholz, Chefredakteur der Zeitung Transport und Mitglied der Jury des Europäischen Transportpreises für Nachhaltigkeit.

Die Gewinner des Europäischen Transportpreises für Nachhaltigkeit 2018 sind:

  • Kategorie Aufbauten und Anhänger: Schmitz Cargobull, Projekt „TransformerTrailer“
  • Kategorie Concept Truck: Daimler, Verteiler-Lkw „Mercedes-Benz Elektro-Lkw“
  • Kategorie Fahrerassistenzsystem: Scania, Geschwindigkeitsregelung „CCAP“ mit „Pulse & Glide“
  • Kategorie Fahrzeug-Kühlungs- und Heizungs-Systeme: Thermo King/Frigoblock, Kühleinheit „SLXi Hybrid“
  • Kategorie Kipper und Sattelkippe: Fliegl, Sattelkipper „Greenlight“
  • Kategorie Ladungssicherung: StreeProtec, Betonrutschenauslaufschutz
  • Kategorie Lkw: MAN, Elektro-Lkw „eTruck“ („eMobilty“)
  • Kategorie Mobilitätskonzepte: Rytle, Lastenrad „MOVR“
  • Kategorie Nutzfahrzeug- und Trailervermietung: BFS Business Fleet Services, Vermietung von Elektro-Lkw
  • Kategorie Nutzfahrzeugkomponenten: BPW Bergische Achsen, elektrisch angetriebene Achse „eTransport“
  • Kategorie Reifen und Reifendienste: Michelin, Nfz-Reifen „Michelin X Multi Energy“
  • Kategorie Sattelauflieger:Kögel, Auflieger „Euro Trailer Mega Rail“
  • Kategorie Teile und Zubehör: HS-Schoch, Heckunterfahrschutz „SL1000“
  • Kategorie Telematik: Schmitz Cargobull, Gesamtkonzept „SmartTrailer“
  • Kategorie Transporter und Lieferwagen: Volkswagen Nutzfahrzeuge, Elektro-Transporter „e-Crafter“
  • Kategorie Unternehmerisches Gesamtkonzept: SAF-Holland, Nachhaltigkeitsprogramm „Think-Ahead“

Auch in diesem Jahr wurden im Rahmen des Europäischen Transportpreises für Nachhaltigkeit wieder Sonderpreise an Unternehmen der Speditions- und Transportlogistikbranche für ihr Engagement in den Bereichen Umweltschutz, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung vergeben.

Die Sonderpreisjury hat insgesamt sechs Auszeichnungen in den beiden Sonderkategorien „Transportunternehmen und Speditionen“ sowie „KEP-Dienste“ vergeben.

Die Gewinner des Sonderpreises

Transportunternehmen und Speditionen

  • Platz 1: Dachser SE
  • Platz 2: Friedrich Zufall GmbH & Co. KG
  • Platz 3: Scherm Gruppe

KEP-Dienste

  • Platz 1: Deutsche Post DHL Group
  • Platz 2: UPS
  • Platz 3: Urban Cargo

Die Jurymitglieder des Europäischen Transportpreises für Nachhaltigkeit 2018 waren:

  • Torsten Buchholz, Chefredakteur Zeitung Transport, HUSS-VERLAG, München
  • Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter, Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, Dortmund
  • Robert Domina, Redakteur Zeitung Transport, Ressortleiter Test + Technik, HUSS-VERLAG, München
  • Bernhard Kerscher, Geschäftsführer, Benchmark Consulting 2 GmbH, Herrsching
  • Axel Salzmann, Rechtsanwalt, Leiter des Kompetenzzentrums Straßenverkehrsgewerbe und Logistik für die KRAVAG-LOGISTIC Versicherungs-AG, Hamburg
  • Andreas Schumann, Vorsitzender, Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP), Berlin

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Veröffentlicht: 04. Dezember 2017 von Christine Harttmann (ha), transport-online.de

Bremer Firma macht UPS zukunftsreif

Rytle baut Lastenräder für Paketlieferanten

Das Weltunternehmen UPS vertraut beim Ausliefern der Pakete auf eine kleine Firma im Bremer Stadtteil Schwachhausen. Die hat dem Paketdienstleister ein batteriebetriebenes Lastenrad gebaut.

Arne Kruse ist Geschäftsführer von Rytle und zeigt am Monitor sein elektrisches Lastenrad, das den LKW-Lieferverkehr in den Innenstädten wesentlich reduzieren soll. Der Paketdienstleister UPS hat von dem Gefährt schon vier Exemplare im Einsatz. (Christina Kuhaupt)

Es ist einige Jahrzehnte her – die Älteren werden sich erinnern –, da fuhr ein kleiner Junge auf seinem Fahrrad durch die Straßen von Bookholzberg in Ganderkesee. Auf dem Gesicht hatte er ein breites Grinsen, und im Anhänger allerlei Gerätschaften: Dampfreiniger, Heckenschere, Besen und Kehrblech, all solche Dinge. Er fuhr von Tür zu Tür und bot an, in Haus und Garten anzupacken, und wenn jemand gerade Hilfe brauchte, dann krempelte er seine Ärmel hoch und fing sogleich an. Die Leute waren froh, dass sie jemanden hatten, der ihnen die Arbeit abnahm. Und der Junge war froh über das Geld, das sie ihm dafür zusteckten. Eine Win-Win-Situation.

Der Junge investierte sein Taschengeld in Modellfahrzeuge, versuchte sie mittels elektrischen Antriebs aus der Ferne zu steuern und fand an dieser ganzen technischen Tüftelei so viel Freude, dass er später ein Ingenieursstudium aufnahm. Er war am Fraunhofer-Institut im Rahmen seiner Promotion tätig, setzte sich viel mit Innovation auseinander und arbeitete mit seinem Unternehmen schließlich in 25 Ländern außerhalb von Europa, um beispielsweise für VW und Porsche Produkte zu optimieren. So führte eines zum anderen, doch inzwischen kam er wieder dort an, wo er mit dem Geldverdienen einst startete: beim Drahtesel. Der Unterschied ist aber jetzt, dass er die Fahrräder nicht mehr nur fährt, sondern selbst baut. Damit will er die Logistik für die letzten Meile revolutionieren.

Fahrrad soll Kleintransporter aus dem Stadtbild verbannen

Der Junge aus Bookholzberg heißt Arne Kruse, ist Diplom-Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler und sitzt jetzt, mit 46 Jahren, im „Haus der Innovation“ am Schwachhauser Ring. Wer es betritt, fühlt sich weit zurückversetzt in die Vergangenheit. ­Manche Möbel stehen hier bereits seit 1911. Wer sich aber mit Kruse unterhält, hört viel über die Zukunft. Oder viel mehr Kruses Vision für die Zukunft. Denn für die hat er mit seinem Team von Rytle etwas entwickelt, das er „Movr“ nennt. Es ist ein Fahrrad, das optisch an ein klassisches Lastenrad erinnert, aber elektrisch betrieben kleine Container transportieren kann. Schon bald soll es einen Kleintransporter, wie er etwa von Paketdiensten genutzt wird, ­weitestgehend aus dem Stadtbild verbannen.

Rytle ist ein Joint-Venture des Trailer- und Wechselbrücken-Herstellers Krone und von Kruses Unternehmensberatung Orbitak. Zu der Zusammenarbeit kam es eher zufällig: Als im Haus eine Veranstaltung stattfand, musste Kruse den Prototypen des „Movr“ aus dem Konferenzraum durch den Eingangsbereich nach draußen bringen. Mit schmutzigen Händen schob er es an den Gästen vorbei, unter denen sich unter anderem auch Bernard Krone und Ingo Lübs von der Firma Krone befanden. Diese sahen das Gefährt und sprachen Kruse sofort an. Wenig später trafen sie sich und vereinbarten die Kooperation – per Handschlag. Das war im Dezember 2016. Was seitdem passiert ist, nennt Kruse einen „brutalen Ritt“. Er lächelt dabei, denn genau das liebt er.

Wenn Kruse sich selbst beschreiben müsste, würde er sich den sogenannten „Sensation-Seekern“ zuordnen („seek“ als englisches Wort für „suchen): Damit sind Menschen gemeint, die so veranlagt sind, dass sie immer nach dem nächsten großen Ding suchen und nie stillstehen wollen. Er arbeite vor Rytle für namhafte Auftrage, aber eben so, dass Kruse selbst im Hintergrund blieb. Welche Auftraggeber? Kruse sagt nur so viel: „Da konnte man abends in der Tagesschau sehen, woran man die lezten Monate mitgewirkt hat.“

25 Stundenkilometer, 48-Stunden-Akku 

Aber seit dem vergangenen Dezember ist Kruses großes Ding eben Rytle. Seitdem ist für den 46-Jährigen auch verdammt viel los. „Im ersten halben Jahr haben wir mit dem Paketdienstleister UPS zusammen den Prototypen weiterentwickelt“, sagt Kruse. 70 Leute arbeiteten in Spitzenzeiten quasi rund um die Uhr an dem Projekt. Warum die Eile? „Wir wollten die ersten sein“, erklärt der 46-Jährige. Dabei galt: „Roughly made is much better than perfectly told.“ Frei übersetzt heißt das: Nicht lang schnacken, sondern machen.

Rytle will die letzte Meile grün machen – so steht es im Werbeprospekt. Das elektrische Lastenrad soll als umweltfreundlichere Alternative überall dort zum Einsatz kommen, wo Transporter ihre Mühe haben. Das wäre etwa in Innenstadtbereichen und Wohnvierteln mit engen Straßen. Die Akkus halten zwei Tage lang und können dank Steckmechanismus einfach ausgetauscht werden. Ansonsten ist das Rad 25 Stundenkilometer schnell und hat eine Gasgriff-Anfahrhilfe. Selbst ein Modell mit induktiver, also kabelloser, Ladestation, gibt es schon: Aktuell arbeitet Kruse gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt an einem Modell mit Brennstoffzelle.

IT wird in Indien entwickelt

Die eigentliche Besonderheit findet sich aber im hinteren Teil des Fahrrads: Dort ist eine europalettengroße Ladevorrichtung installiert, auf der sich mit wenigen Handgriffen etwa zwei Meter hohe Kleincontainer andocken und mit einem speziellen Hebelsystem rein- und rausschieben lassen. Diese Idee ist als Patent angemeldet. Die Box, die beim Logistikdienstleister konfektioniert werden kann, ist neben dem „Movr“ die zweite Säule von Rytle.

Die dritte ist der sogenannte Hub: Damit sind Stationen gemeint, in denen Platz ist für bis zu neun Boxen. Sie werden im Stadtgebiet verteilt und dienen als Anlaufstelle für die Kuriere, die die Boxen mit den Paketen an die Zielorte verteilen. „Sie stellen die Verbindung zwischen dem LKW und dem Fahrrad her“, erklärt Kruse. „So müssen die Lkw nur noch wenige Stationen anfahren, um sie mit den Boxen zu versorgen. Alles andere machen die Kuriere dann umweltschonend mit dem Fahrrad.“

Das Herzstück ist laut Kruse die IT. Die wird gemeinsam mit Kollegen im ­indischen Bangalore in Form einer Machine-to-machine-Kommunikation entwickelt. Das heißt: Sowohl die Hubs als auch die Boxen und Movr sind mit Telematik ausgestattet, die in Kombination mit Smartphones ­jederzeit Standort, Inhalt und weitere Daten übermitteln. Die Kuriere nutzen eine App, die ihnen den Zugang zur Box und zu den Rädern erlaubt, die die Routen vorgibt und auch die Transportprozesse nachvollziehen lässt.

„Im nächsten Jahr werden wir 1000 Stück produzieren“

„Die Technik ist auch darauf ausgelegt, dass Kuriere mit einer Datenbrille arbeiten können: Sie schauen in die Box und kriegen anhand von QR-Codes angezeigt, welches Paket sie als nächstes entnehmen müssen.“ Kruse lächelt dabei, wenn er das erzählt. „Wir verbinden also das bewährte Lastenrad und die klassische ­Zustellung von Waren mit künstlicher ­Intelligenz und dem Internet der Dinge. ­Diese smarte Verknüpfung von Bestehendem, das ist mein Verständnis von Innovation.“

Um neben dem technischen Know-how auch im Fahrradbau schnell Kompetenzen zu erwerben, hat Kruse mit der Firma Speedliner kurzerhand eine ganze Fahrradfirma gekauft und auf diese Weise 30 Mitarbeiter übernommen. Bereits im Juni wurde in Berlin der erste „Movr“ der Öffentlichkeit präsentiert. Dann folgten Veranstaltungen in Paris und Genf. Mittlerweile sind vier Fahrräder in Hamburg für UPS im Einsatz, das Produkt werde kontinuierlich verbessert. „Wir sind jetzt nicht einmal ein Jahr nach der ersten Idee bei der Serienreife angelangt“, sagt Kruse stolz. „Im nächsten Jahr werden wir 1000 Stück produzieren.“ Anfragen gebe es bereits genug.

Fahrrad soll nicht mehr die Notlösung sein

Kruse will aber mehr. Er arbeitet mit seinem Team gerade an einem größeren Fahrradanhänger, der wie der Movr rund zwei Kubikmeter Ware transportieren soll. Und der Tüftler denkt den Einsatz bereits weiter. „Ich bin überzeugt davon, dass schon bald Supermärkte gebaut werden, die vorne einen klassischen Kundenbereich für das Einkaufserlebnis bieten. Und hinten haben die ein Lager, in dem zum Beispiel Rytle-Boxen stehen. Dort werden all die Tüten gepackt, die zuvor von Kunden online per Lieferdienste bestellt wurden. Und anschließend wird die Ware mit unserem „Movr“ binnen weniger Stunden frisch an die Haustür gebracht.“

Dafür müssten auch nicht mehr nur Kuriere fahren. Jeder könnte das machen, Crowdworking sei das Stichwort, nach dem Prinzip des Taxi-Dienstes Uber. „Man meldet sich in der App an, schaut, wo in der Umgebung gerade eine Box abgeholt werden kann, schwingt sich aufs Rad und erledigt die Aufträge, die einem aufs Smartphone gespielt werden.“

Rytle strebt ein radikales Umdenken an. Denn anders als bislang soll das Fahrrad nicht mehr die Notlösung im Logistikprozess sein, sondern ein elementares Glied in der Logistikkette der Großen bilden. „Direct to consumer, das ist die Zukunft“, betont Kruse. Das heißt: Statt auf Zwischen­händler zu setzen, können Hersteller ihre Ware direkt zum Kunden liefern – mit Personal, das nicht einmal einen Führerschein benötigt. Eine Idee, für die Kruse bei seinen Reisen rund um die Welt nach eigenen Aussagen gerade viel Zuspruch erhält. Und bei der es scheint, als wäre der logistische Wandel ­tatsächlich nur noch eine letzte Meile entfernt.

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Veröffentlicht: 03. Dezember 2017 von weser-kurier.de

Solutrans 2017: UPS testet Rytle-Rad

KEP-Dienstleister möchte Neuentwicklung möglicherweise weltweit einsetzen.

Der aus einer Kooperation zwischen dem Beratungsunternehmen Orbitak AG sowie dem Anhänger- und Aufbauhersteller Krone hervorgegangene neue Lastenradanbieter Rytle aus Bremen hat sein Konzept erstmals in Großserie umgesetzt. Das gemeinsam entwickelte mehrspurige Profi-Lastenrad mit Wechselaufbau befindet sich beim an der Weiterentwicklung beteiligten Kurier- und Paketlogistiker UPS im Feld-Test, der es wohl auch weltweit einsetzen will. Bei dem Rytle-Lastenrad namens „MovR“ wurde laut Anbieter größter Wert auf Standardisierbarkeit der Komponenten gelegt. Es wird ein einschiebbarer Kofferaufbau im Palettenmaß 80 mal 120 Zentimeter verwendet, der wiederum gekoppelt ist an einen Standard-Wechselcontainer. Dieser bildet eine Art Mikrodepot. Darin finden neun der gut 1,80 Meter hohen und leicht rollbaren Koffer Platz. Über den Fahrzeugkonzept hinaus bietet der Hersteller eine per Smartphone-App steuerbare City-Logistik an, in der der gesamte Transportprozess abgewickelt werden kann. Außerdem soll der Transport der Wechselcontainer in einem ersten Pilotprojekt mit einem elektrisch angetriebenen Zwölf-Tonner eines laut eigener Aussage deutschen Herstellers erfolgen.

Solide gefertigt

Das mit einer Plexiglashaube über dem Fahrersitz versehene und dem ersten Eindruck nach äußerst solide gefertigte und seriös verarbeitete Lastenpedelec selbst verfügt über zwei Heinzmann-Radnabenantriebe, zwei bis wahlweise vier Lithium-Ionen-Akkus mit je 25 Amperestunden Kapazität sowie hydraulische Magura-Scheibenbremsen der Heavy-Duty-Klasse. Der Antrieb verfügt auch über eine Rückwärtsfahrfunktion, vorwärts lässt sich der Anrollprozess, wie bei Pedelecs üblich, per Dreh am Lenkergriff rein elektrisch und ohne zu treten vornehmen. Bei 120 Kilo Leergewicht und einem zulässigen Gesamtgewicht von 350 Kilogramm darf das Lastenrad inklusive Fahrer etwa 150 Kilogramm Nutzlast schultern. Es soll akkuseitig über eine ausreichende Reserven für eine Tagesschicht verfügen, wird in der Praxis teils aber auch für zwei Tagesschichten ohne Zwischenladen verwendet, wie ein Verantwortlicher am Stand berichtet. Der Aufbau und das Fahrrad sind separat absperrbar über eine Bluetooth-basierte Funktion. Zu der Verkleidung des Fahrrads auf der linken Seite soll noch ein transparenter Zip-Vorhang kommen, um den Fahrer zusätzlich vor Nässe zu schützen. Rechts soll der Ein- und Ausstieg aus Handlinggründen offen bleiben.

Komplettpreis ab 16.000 Euro

Das Lastenrad wird bei Speedliner in Zerbst gefertigt. Es soll zwischen 16.000 und 17.000 Euro Komplettpreis kosten. Es soll auch eine Leasing- sowie eine Mietoption geben. Dem relativ hohen Anschaffungspreis hält der Anbieter Einsparungen auf der Seite der konventionellen motorisierten Fahrzeuge im Fuhrpark entgegen. Derzeit gibt es mehrere Servicepunkte, der Hersteller arbeitet an der Ausweitung des Werkstattnetzes. Alle Ersatzteile sollen über das Krone-Ersatzteilmanagement erhältlich sein. Als Anwendungsfelder sieht der Anbieter auch Servicedienste, Handwerk und Gewerbe sowie nicht zuletzt intralogistische Einsätze. (jr)

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Veröffentlicht: 28. November 2017 von Logistik Heute Redaktion