Nachhaltige urbane Logistik – weitere Projekte gesucht!

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sucht gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) innovative städtische Logistikkonzepte mit Innovationscharakter. Bis zum 15. Juli 2018 läuft die Bewerbungsphase des Bundes, es winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 70.000,- €.

Seien es die steigenden Absätze im Onlinehandel oder auch die wachsenden Städte – die Anforderungen an die städtische Logistik nehmen zu. Das zunehmende Verkehrsaufkommen stellt dabei eine große Herausforderung für das Erreichen der Klimaziele und die dringend notwendige Minderung von Lärm- und Schadstoffemissionen dar. Der Zuwachs des Lieferverkehrs mit häufigem Anfahren und Stoppen verschärft diese Situation noch einmal. Zudem braucht Güterverkehr Platz: wo Park- und Haltemöglichkeiten begrenzt sind, kommt es zu Konflikten mit dem fließenden Auto- und Radverkehr sowie Zu-Fuß-Gehenden und anderen Anliegern.

Ein solches Projekt wurde jüngst von Herrn Prof. Dr.-Ing. Wagner vom Berg von der Hochschule Bremerhaven vorgestellt. Gemeinsam mit der Bremerhavener Weser-Eilboten GmbH und dem Bremer Unternehmen Rytle GmbH soll in den kommenden Monaten ein zukunftsfähiges Zustellkonzept erarbeitet und getestet werden. Basis des Vorhabens ist das neuentwickelte Last-Mile-Logistik-System der Firma Rytle, welches ein hocheffizientes System aus Verteilzentren (Hubs), elektromobilen Lastenfahrrädern und einer digitalen lnfrastruktur darstellt. Das System soll pilotenhaft in einem definierten Testfeld in Bremerhaven eingesetzt werden. Die Grundidee lässt sich wie folgt beschreiben: Anstatt mit dem Diesel Kleintransporter zu jedem einzelnen Kunden zu fahren, beliefern die sog. KEP-Dienstleister einige Hubs in Bremerhaven. An den Hubs stehen neuartige, elektrisch betriebene Lastenfahrräder zur Verfügung, die eine mit Paketen oder sonstigen zu transportierenden Gütern bestückte Wechselbox im Format einer EURO-Palette einfach aufnehmen können. Bis zu neun Boxen können in einem City-Hub zwischengelagert und von dort nahezu emissionsfrei und lärmarm in alle Richtungen im Stadtbereich verteilt werden. Ein digitales Informationssystem sorgt zugleich dafür, dass die Prozesse z.B. hinsichtlich Fahrtrouten, Personaleinsatz etc. optimal gesteuert werden können. Die Machbarkeit und Wirksamkeit des Systems soll zunächst auf konzeptioneller und technischer Ebene umgesetzt und bewertet werden. In einem Testfeld in der Seestadt Bremerhaven wird im nächsten Schritt das System dann pilothaft mit dem Praxispartner Weser-Eilboten aus der Bremerhavener Ditzen Gruppe zum Einsatz gebracht und abschließend evaluiert.

Das Gesamtprojekt hat ein Finanzvolumen von über 288 T€. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Pilotvorhaben aus dem Förderprogramm „Angewandte Umweltforschung“ des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr. Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten ab Juni 2018.

Auch bei der Planung des grünen Gewerbegebietes auf der Luneplate machen wir uns Gedanken, durch welche Maßnahmen der Verkehr im Quartier nachhaltig gestaltet werden kann – z.B. durch Car- und Bike-Sharing Angebote, Anschluss an den ÖPNV, ein attraktives Radwegenetz u.v.a.m.

Von daher möchten wir an dieser Stelle auf eine aktuelle Ausschreibung des BMU und des UBA hinweisen: Es werden Lösungswege und Konzepte gesucht, um städtische Siedlungsgebiete  langfristig umweltverträglich mit Waren und Gütern zu versorgen. Entsprechende Logistiklösungen sollen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig sein und die innerstädtische Waren-, Paket- und Briefzustellung koordinieren.

Zeigen auch Sie, wie nachhaltige Stadtlogistik aussehen kann (gerne auch am Beispiel LuneDelta) und bewerben Sie sich mit Ihrem Projekt! Alle Informationen zur Bundesförderung erhalten Sie unter nachhaltige-urbane-logistik.de und zusammengefasst im folgenden Flyer.

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Veröffentlicht: 06. Juni 2018 von Annette Schimmel, BIS Bremerhaven

Die Revolution rollt auf drei Rädern

Testfahrt am Schwachhauser Ring: Rytle-Geschäftsführer Arne Kruse demonstriert die Alltagstauglichkeit des patentierten Lastenfahrrades. Foto: Schlie

Eine Erfindung aus Bremen schickt sich an, die Welt der Logistik zu revolutionieren. Und diese Erfindung könnte die Paketzustellung in Städten drastisch verändern.

Finden etwa Paketdienste nachhaltig gefallen am Movr der Firma Rytle, könnte das einen großen Beitrag leisten, damit weniger kleine und große Lkw die Straßen in den Städten verstopfen. Die Idee: Lastenfahrräder mit Elektromotor übernehmen die Verteilung von Paketen auf der letzten Meile zum Empfänger.

Der Movr ist das Ergebnis einer Kooperation der beiden Bremer Firmen Speedliner (Hersteller von Lastenfahrrädern) und Orbitak (Unternehmensberatung) mit dem Nutzfahrzeughersteller Krone, der die Finanzierung des Projekts übernommen hat. Herausgekommen ist ein dreirädriges Lastenfahrrad aus Aluminium mit Elektromotor, Rückwärtsgang und überdachtem Cockpit.

Was das patentierte Rad besonders macht, ist die Wechselbox mit den Ausmaßen einer Europalette, die mit wenigen Handgriffen in die Ladebucht des Movrs eingeklinkt werden kann. Der Behälter besitzt ein Fassungsvermögen von zwei Kubikmetern. Bis zu 180 Kilo Zuladung kann das Fahrrad aufnehmen.

Ein intelligent konstruiertes Lastenfahrrad

Der Movr ist aber mehr als ein intelligent konstruiertes Lastenfahrrad. Es ist in ein komplettes logistisches System eingebunden. Schließlich wäre es wenig sinnvoll, wenn jeder Kurier seine Box selber beladen und seine Route planen müsste.

Deshalb werden die vorkonfektionierten Behälter per Lkw vom Logiskzentrum zu sogenannten Hubs gebracht und zwischengelagert. Die Kuriere tauschen dort leere Container gegen volle und bekommen die notwendigen Informationen direkt aufs Smartphone. Dann geht es mit maximal Tempo 25 zum Empfänger.

Nicht nur ökologisch bringt der Movr Vorteile gegenüber konventionellen Auslieferungsfahrzeugen. Man brauche keinen Führerschein und die Wartungskosten seien um ein Vielfaches niedriger als bei einem Auto, zählt Rytle-Geschäftsführer Arne Kruse auf. Mal ganz davon abgesehen, dass man sich auf dem Radweg am Stau vorbei schlängeln kann.

„Das beste Fahrrad, das sie je gesehen haben“

80 Prozent der vier Milliarden Pakete jährlich in Deutschland könnten seiner Ansicht nach mit dem Movr zum Endverbraucher transportiert werden.

Im Januar 2017 haben Kruse und sein Co-Geschäftsführer Ingo Lübs mit ihrem Team mit der Entwicklung begonnen, im Juni 2017 folgte dann die Gründung von Rytle. Ungefähr 70 Movr sind bereits auf den Straßen unterwegs.

Beispielsweise in Hamburg, wo UPS das System in der Praxis erprobt, aber auch außerhalb Deutschlands. Es gebe ein weltweites Interesse, sagt Kruse. „Die Leute von UPS haben gesagt, es sei das beste Fahrrad, das sie je gesehen haben“, erzählt er.

Die meisten Teile kommen aus Asien

Statt der Wechselbox könnte das Gefährt auch so umgerüstet werden, dass es wie ein umgekehrter Gabelstapler eine Europalette samt Ladung aufnimmt. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. „Wie viele Lkw quälen sich durch kleine Straßen, um irgendwo eine Palette abzuliefern?“, fragt Kruse.

Die meisten Teile für den Movr kommen aus Asien. Montiert werden sie dann bei Speedliner in Zerbst (Sachsen-Anhalt). Den genauen Preis verrät Kruse nicht. Nur so viel: „Er liegt im unteren fünfstelligen Bereich“.

Auch wenn immer noch an Details getüftelt wird, hat das Lastenfahrrad bereits Serienreife erlangt. Entsprechend ehrgeizig sind die Verkaufsziele: „Bis Jahresende wollen wir 1.000 Stück verkaufen“, sagt Kruse.

Die Hardware sei aber nicht alles. In Hintergrund entwickelt das Unternehmen eine Software-Plattform zur Verbindung bestehender Systeme. Bereits heute ist es möglich, den Standort jedes einzelnen Movr abzurufen. In Zukunft könnten die Räder nebenbei Informationen über Straßenzustand und Luftqualität liefern.

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Veröffentlicht: 31. Mai 2018 von Robert Luerssen, Weserreport

Paketauslieferung per Wasserstoff-Bike

Zurück zum Fahrrad heißt die Devise in der heutigen Innenstadtlogistik. Werden die rasenden, stinkenden und wild parkenden Paket-Transporter, die unsere Städte verstopfen, bald aussterben? Das Bremer Unternehmen Rytle arbeitet daran. Künftig sollen leise und wendige E-Bikes mit Wasserstoffantrieb die letzte Meile in der Paketauslieferung grün machen.

Noch ist nicht entschieden, wer das Rennen im heiß umkämpften Markt der Paketzustelldienste macht. Werden wir künftig per Drohne aus der Luft beliefert oder von einem Roboter, der mit künstlicher Intelligenz über die Gehwege wackelt? Oder, so plant es das Unternehmen Rytle, per Lastenfahrrad, das mit wasserstoffbetriebenen Elektromotoren ausgestattet ist.

Spezielle Logistik-Kette

Ein Lastenfahrrad für die Auslieferung von Stückgut einzusetzen, ist natürlich nichts Neues. Viele Briefträger fahren mit ihren E-Bikes geräuschlos durch die Straßen und auch DHL hat inzwischen Lastenräder mit Transportboxen, die so groß sind wie eine Standard-Palette. Das Unternehmen Rytle mit Sitz in Bremen geht in seinen Planungen aber weiter und hat um das Fahrrad herum eine ganze Logistik-Kette aufgebaut.

Es beginnt – oder endet, je nachdem, wie man es betrachtet – mit dem „Movr“. Das ist ein dreirädriges Fahrrad, das mit zwei Elektromotoren 25 km/h schnell fährt und außerdem mit Rückwärtsgang und Anfahrhilfe ausgestattet ist. Das Rad ist 2,70 m lang und 1,20 m breit und verfügt über einen Wetterschutz. Einen Führerschein braucht man für den Movr nicht.

DLR entwickelt Rad mit Brennstoffzellenantrieb

Bisher ist der Movr ein E-Bike mit herkömmlichem Akku, aber das soll sich noch in diesem Jahr ändern. „Ab September wollen wir die ersten Testfahrten mit Brennstoffzellenantrieb machen“, sagt Diplom-Ingenieur Arne Kruse, einer der beiden Geschäftsführer von Rytle gegenüber ingenieur.de. Die Technologie dafür kommt vom Institut für Fahrzeugkonzepte vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Das Institut hat ein Cargo-Pedelec mit Brennstoffzellenantrieb entwickelt.

Die Vorteile liegen in der größeren Energiedichte, die der Wasserstoff im Vergleich zu modernen Lithium-Ionen-Akkus hat. Die durchschnittliche Reichweite des Fahrrads mit Beladung liegt bei etwa 200 km. Auch die Betankung hat Pluspunkte. Zwar kann ein normales E-Bike an jeder Steckdose aufgeladen werden; im Gegensatz dazu sind Wasserstoff-Tankstellen noch sehr dünn gesät. Aber das Cargo-Pedelec des DLR kommt mit einer austauschbaren Brennstoffkartusche. Falls die Betankung an einer Wasserstofftankstelle möglich sein sollte, dauert dies wenige Minuten – im Gegensatz zu mehreren Stunden beim E-Bike.

Nur Wasser als Umsetzungsprodukt

Als weiterer Vorteil werden die geringen Betriebskosten aufgeführt. Während moderne Batterien nach etwa 1.000 Ladezyklen ersetzt werden müssen, benötigt das DLR-Konzept einen sehr viel kleineren und somit günstigeren Akku. Zudem verlängert die integrierte Steuerung des DLR-Antriebsstrangs die Lebensdauer durch schonendes Laden während des Fahrbetriebs ohne Vollentladung. Und schließlich ist der Betrieb der Brennstoffzelle emissionsfrei. Es wird lediglich Wasser als Umsetzungsprodukt freigesetzt.

An das Fahrrad hängt nun der Paketbote die sogenannte „Box“, in der sich die Pakete, Päckchen und anderes Stückgut befinden. In den 1,90 m hohen Kleincontainer im Format einer Europalette können bis zu 180 kg zugeladen werden. Diese Wechsel-Box wurde vom Logistikdienstleister vorgepackt und wird vom Auslieferer aus einem mobilen Depot abgeholt.

App zeigt Standort, Inhalt und beste Route an

Das Depot nennt sich „City HUB“ und ist ein weiterentwickelter leichter Standard-Container, der sich bodentief absenken lässt. Er fasst neun vorsortierte Boxen und kann in der Stadt abgestellt werden. „Die Hubs könnten auf Abstellplätzen der Städte stehen, aber auch zum Beispiel in gesicherten Verschlägen in Parkhäusern“, sagt Arne Kruse. Vernetzt wird das Ganze über eine Smartphone-App, die es für iOS und Android gibt. Die App zeigt Standort und Inhalt des Hub an und verwaltet unter anderem die Schließmöglichkeiten für das Fahrrad, die Box und den Container und gibt eine optimierte Routenplanung für den Auslieferer heraus.

„In Zukunft“, sagt Arne Kruse, „könnten sich auch sogenannte Crowd-Worker an der Verteilung der Pakete beteiligen. Man muss sich autorisieren lassen und bekommt dann über die App alle nötigen Informationen für die Auslieferung.“

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Veröffentlicht: 11. Mai 2018 von Gudrun von Schoenebeck, ingenieur.de

Lastenräder gehen nun in die Verlängerung

Ein spezielles Brennstoffzellenmodul, das die Reichweite von Lastenrädern erhöht, soll batteriebetriebene Konkurrenten vom Platz verweisen.

Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat das Brennstoffzellenmodul FCREX (Fuel-Cell-Range-Extender) für den Betrieb in Lastenrädern entwickelt. Es lässt sich in wenigen Sekunden betanken, hat eine größere Reichweite und ungefähr die doppelte Lebensdauer im Vergleich zu batteriebetriebenen Systemen.

Der Brennstoffzellen-Stack ist aus robusten metallischen Bipolarplatten aufgebaut. Zudem besitzt es ein innovatives Kaltstartmodul, das mit Metallhydriden – eine Verbindung von Metallen und Wasserstoff – arbeitet und das System vorheizt, ohne dem System Energie zu rauben und damit die Reichweite zu verkürzen.

Laut dem Hersteller soll das FCREX-Modul auch bei tiefen Temperaturen seinen Dienst zuverlässig versehen. Anspruchsvolle Steigungen, hohe Lasten, zu kühlende Fracht und gegebenenfalls eine beheizte Fahrerkabine sollen für das DLR-Brennstoffzellenmodul kein Problem darstellen. Durch die signifkant höhere Energiemenge wird schließlich die Zuladung und nicht mehr die Reichweite zum limitierenden Faktor, wodurch sinnvollere Logistikketten gefahren werden können.

Zum Einsatz kommen soll das Modul „FCREX“ auf dem Lastenfahrrad „MovR“ der in Bremen ansässigen Firma Rytle. Das dahinterstehende Logistikkonzept besteht aus vier Komponenten: dem elektrisch-angetriebenen Lastenfahrrad (MovR), einem genormten Transportbehälter (Box), der Verteilerstation (Hub) und dem digitalen Bediensystem (App).

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Veröffentlicht: 09. Mai 2018 von Lukas Klamert, Traktuell

DLR zeigt Lastenfahrrad mit Brennstoffzelle

E-Lastenfahrräder bieten erhebliches Potential, um Innenstädte beim Aufkommen von Lieferverkehren zu entlasten. Insbesondere bei der gewerblichen Nutzung kann der Einsatz von Lithium Ionen Technologie im Cargobike jedoch nachteilig sein, da die Aufladung der Batterien mehrere Stunden dauert und darüber hinaus die Reichweite bei kalten Temperaturen weiter verkürzt wird. Zur Lösung dieser spezifischen Fragestellungen hat das DLR kürzlich ein Lastenrad mit Brennstoffzelle im Rahmen der Hannover Messe vorgestellt.

Das Brennstoffzellenmodul FCREX (Fuel Cell Range-Extender) lässt sich in wenigen Augenblicken voll betanken, die Reichweite ist deutlich vergrößert und der Akku hat eine doppelt so lange Haltbarkeit wie z.B. eine Lithium Ionen Batterie. Integriert ist zudem ein innovatives Kaltstartmodul, welches mit Metallhydriden arbeitet und das System vorheizt. Dem System wird dabei keine Energie entnommen, sodass die Reichweite auch bei Minusgraden unverändert bleibt. Fahrten durch das Gebrige mit schwerer Beladung sind ebenso problemlos möglich wie die Beheizung der Fahrerkabine. Das Lastenfahrrad kann entweder an einer Wasserstofftankstelle betankt werden, alternativ ist auch ein Kartuschentausch möglich.

Kombiniert wird das Brennstoffzellen-Modul FCREX mit dem Lastenrad MovR der RYTLE GmbH aus Bremen. Das dazu gehörige Logistikkonzept besteht neben dem Lastenrad aus einem genormten Transportbehälter, der modular austauschbar ist, einer Verteilerstation sowie einer App zu Bedienzwecken. Soft- und Hardware sind dabei in einer gemeinsamen Cloud integriert. Das mehrspurige Lastenrad mit drei Rädern und Fahrerkabine kann bei einer Außentemperatur zwischen -20 bis +50 Grad zum Einsatz kommen. Die Kapazität des Wasserstofftanks ist dabei nach den Anforderungen der Einsatzszenarien frei skalierbar.

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Veröffentlicht: 30. April 2018 von emobilitaet.online

MovR mit FCREX – Lastenfahrrad mit Brennstoffzelle

Neues Logistik-Konzept für die „letzte Meile“

Elektrisch angetriebene Lastenräder sind eine zukunftssichere Lösung für den Transportsektor: Speziell auf der Strecke zwischen Verteilzentren und Kunden, der sogenannten „letzten Meile“, erreichen sie insgesamt höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als Pkw oder Transporter, sind flexibler und dabei lokal emissionsfrei und leise.

Um die Energie für diesen mobilen Einsatzzweck bereitzustellen, hat das DLR das Brennstoffzellenmodul FCREX (Fuel-Cell Range-Extender) entwickelt. Es lässt sich in wenigen Sekunden betanken, hat eine größere Reichweite und ungefähr die doppelte Lebensdauer im Vergleich zu batteriebetriebenen Systemen. Der Brennstoffzellen-Stack ist aus robusten metallischen Bipolarplatten aufgebaut. Zudem verfügt es über ein innovatives Kaltstartmodul, das mit Metallhydriden arbeitet und das System vorheizt – und das, ohne dem System Energie zu entnehmen und damit die Reichweite zu verkürzen. So kann das FCREX-Modul auch bei tiefen Temperaturen schnell und zuverlässig zum Einsatz kommen. Hügelige Regionen, hohe Lasten, zu
kühlende Fracht und gegebenenfalls eine beheizte Fahrerkabine stellen für das DLR-Brennstoffzellenmodul zu jeder Jahreszeit kein Problem mehr dar. Durch die signifkant höhere Energiemenge wird schließlich die Zuladung und nicht mehr die Reichweite zum limitierenden Faktor, wodurch sinnvollere Logistikketten gefahren werden können.

Zu Einsatz kommen soll das Modul FCREX auf dem Lastenfahrrad MovR der Firma Rytle GmbH. Das dahinterstehende Logistikkonzept besteht aus vier Komponenten: dem alternativ angetriebenen Lastenfahrrad (MovR), einem genormten Transportbehälter (BOX), der Verteilerstation (HUB) und dem digitalen Bediensystem (APP). Durch diese intelligente Software sind alle Hardwarekomponenten innerhalb einer Cloud eng vernetzt und arbeiten so Hand in Hand.

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Veröffentlicht: 21. April 2018 von Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Cargobike-Symposium in Berlin zeigt alternative City-Logistik

Die Bundeshauptstadt Berlin stand Mitte April ganz unter dem Eindruck der Cargobike-Branche. Nach dem Symposium der European Cargobike Logistics Federation (ECLF) versammelten sich Praktiker und Bikeanbieter am 14. und 15. April zum International Cargobike Festival auf dem Gelände des Tempelhofener Flughafens. Letzteres findet 2018 erstmals nicht im niederländischen Nijmegen sondern im Rahmen der VELOBerlin statt. Das Programm des Symposiums bestand zum großen Teil aus Field Trips, bei denen sich insbesondere Berliner Unternehmen vorstellten. Bei einem Empfang in der niederländischen Botschaft sprach sich Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther für eine stärkere Förderung des Lastenrads als Alternative in der Stadt aus. Unterstützt wurde das Symposium von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der niederländischen Botschaft und der VELOBerlin. Der Koalitionsvertrag des Berliner Senats sieht eine Förderung von Cargobikes im Wirtschaftsverkehr vor, die am Freitag bekannt gegeben wurde und bis zu 1.000 Euro für private und gewerbliche Nutzung beträgt. Die Bundesregierung hatte zum 1. März 2018 eine Kaufprämie von bis zu 3.000 Euro für gewerbliche Schwerlastfahrräder eingeführt. LOGISTRA war als Medienpartner und vor Ort beim Symposium dabei und hat sich in der Berliner Bikeszene umgesehen. Impressionen aus einer ideenreichen Branche.

Auch das Startup Rytle, an dem Trailerbauer Krone sowie Berater Orbitak beteiligt sind, präsentierte sein Wechselsystem, zu dem auch ein maßgeschneiderter Container als Mini-Hub gehört. Das Bike soll ab nächstem Jahr in Großserie von bis zu 1.000 Stück gefertigt werden bei Speedliner in Zerbst. Einer der ersten Kunden ist UPS.

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Veröffentlicht: 14. April 2018 von logistra.de

City-Logistik: Rytle strebt mit Cargobike-Konzept in die Serie

Joint-Venture von Aufbauhersteller Krone und Orbitak will bei Radhersteller Speedliner bis zu 1.000 Stück seines Lastentrikes herstellen. Erster Großkunde UPS.

Der aus einer Kooperation zwischen dem Beratungsunternehmen Orbitak AG sowie dem Anhänger- und Aufbauhersteller Krone hervorgegangene neue Lastenradanbieter Rytle hat beim Cargobike-Symposium der European Cycle Logistics Federation in Berlin weitere Schritte Richtung Serienfertigung seines Lastentrikes MovR bekannt gegeben. Ein Vertreter des Radherstellers Speedliner, der das schwere Lastentrike vor Ort präsentierte und im Auftrag in seinem Werk in Zerbst fertigen wird, teilte mit, man strebe die Fertigung einer Stückzahl von bis zu 1.000 Exemplaren bis zum nächsten Jahr an. Ein erster Großkunde für das mit einem Mikrodepot-Container sowie einer Telematik-App gekoppelte Lieferkonzept hatte sich mit dem Paketdienstleister UPS gefunden, ein erstes Modell in Firmenlackierung war auf der Messe Solutrans präsentiert worden.

Das elektrisch unterstützte Lastentrike verfügt über einen einschiebbaren Wechselkofferaufbau im Standardforma 80×120 cm, der gut 1,80 Meter hoch ist. Derweil arbeitet der neue Anbieter auch am Aufbau eines Servicenetzes. Die Ersatzteilversorgung sowie Wartung der Bikes soll weitgehend über das Netz des Aufliegerherstellers sowie von Speedliner erfolgen. Auch die im Konzept integrierte App ist bereits erhältlich. Die für Android und iOS dargestellte Anwendung, die in einer Kunden- sowie einer Fahrerversion entwickelt wurde, bietet eine integrierte Track&Trace Software, Schließmöglichkeiten für MovR, BOX und HUB, eine optimierte Routenplanung für Last-Mile-Dienstleister sowie die Möglichkeit einer Vernetzung von Crowd-Workern und Endkunden, sowie weitere Anwendungsgebiete. Das Lastentrike soll auch im Leasing- und Vermietmodell angeboten werden.

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Veröffentlicht: 18. April 2018 von Johannes Reichel, logistra.de

Green Ranking: VerkehrsRundschau verleiht Umweltpreise

Scania, Volkswagen und Isuzu landen bei dem Umweltranking auf Platz 1. Schmitz Cargobull und Orbitak/Krone erhalten den Innovationspreis und SAF bekommt den Ehrenpreis der Jury.

Darmstadt/München. Der Scania R 500 Highline führt das Umweltranking 2018 an und erhält das Label „Green Truck 2018“. Das Prädikat „Green Van 2018“ für den umweltfreundlichsten Transporter geht an den Volkswagen Crafter. Den Titel „Green Light Truck 2018“ kann der Pick-up Isuzu D-MAX für sich entscheiden. Die Innovationspreise „Green Truck Innovation 2018“ und „Green Truck Future Innovation 2018“ entscheiden Schmitz Cargobull mit dem Smart Trailer sowie Orbitak / Krone mit dem Zustelldreirad Rytle Movr für sich. Zudem ehrt die Jury das Engagement von SAF für die Think-Ahead-Kampagne.

Umweltfreundlichste Nutzfahrzeuge ausgezeichnet

Mit den Labeln „Green Truck“, „Green Van“ und „Green Light Truck“ haben die Fachmagazine VerkehrsRundschau und TRUCKER unterstützt vom Antriebs- und Fahrwerktechnik-Hersteller ZF Friedrichshafen erneut die umweltfreundlichsten Nutzfahrzeuge des Jahres 2018 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen am Montag auf dem Transport Manager Dinner in Darmstadt statt, das die Fachmagazine traditionell am Vorabend der Fachkonferenz Lkw + Fuhrpark veranstalten.

Scania wird Green Truck

Sieger in der Klasse der Sattelzugmaschinen bis 40 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ist in diesem Jahr der Scania R 500 Highline mit einem Durchschnittsverbrauch von 24,92 Litern Diesel je 100 Kilometern und Treibhausgasemissionen (CO2e) in Höhe von 791 Gramm je Kilometer.

Titel Green Van geht an den VW Crafter

Mit dem Titel „Green Van 2018“ zeichnen die Magazine aus dem Verlag Heinrich Vogel dieses Jahr den Volkswagen Crafter 2.0 TDI aus. Der 3,5-Tonner setzt sich mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,7 Liter Diesel je 100 km (276 g CO2e/km) sowie 1,26 Tonnen Nutzlast bei einem Ladevolumen von 11,3 Kubikmetern an die Spitze des Umweltrankings in der Klasse Transporter bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Isuzu ist der umweltfreundlichste Pick-up

Erstplatzierter bei den Light Trucks (Pick-ups), ist der Isuzu D-MAX Double Cab 4WD mit einem Durchschnittsverbrauch von 9,18 Litern Diesel je 100 Kilometern und CO2e-Emissionen in Höhe von 291 Gramm je Kilometer sowie einer Nutzlast von 900 Kilogramm und 3500 Kilogramm Anhängelast.

„Die Umweltlabel Green Truck, Green Light Truck und Green Van bieten den Fuhrparkmanagern in Industrie, Handel und Logistikdienstleistung sowie allen Berufskraftfahrern eine Orientierungshilfe für Kauf und Betrieb von umweltfreundlichen Nutzfahrzeugen“, sagt Gerhard Grünig, Chefredakteur der Magazine VerkehrsRundschau und TRUCKER. „Die Auszeichnungen basieren auf unseren anerkannten Fahrzeugtests, deren Kriterien und Ergebnisse jederzeit von allen Beteiligten eingesehen werden können. Damit liefern wir in Zeiten eines gestiegenen Umweltbewusstseins und in einem Markt, dem der Carbon-Footprint immer wichtiger wird, ein zusätzliches Entscheidungskriterium beim Kauf“, so Grünig weiter.

Verbrauch und Effizienz entscheiden

Grundlage für die Bewertung der Umweltfreundlichkeit sind die Kraftstoffverbräuche innerhalb eines praxisnahen, standardisierten Fahrzeugtests und damit auch die Treibhausgas-Emissionen der Fahrzeuge. Je nach Fahrzeugkategorie werden außerdem die maximale Nutzlast beziehungsweise das Ladevolumen und die Verfügbarkeit von Spritsparfunktionalitäten wie Motor-Start-Stopp berücksichtigt. „Durch die Einbeziehung dieser Komponenten kann die Umweltfreundlichkeit in Verbindung mit der Effizienz des Fahrzeuges beurteilt werden“, erläutert Jan Burgdorf, Leiter des Test & Technik-Ressorts der Magazine VerkehrsRundschau und TRUCKER. Die Emissionen von Kohlendioxid werden als Kohlendioxidäquivalent (CO2e) angegeben. Dabei berücksichtigt das Umweltranking die CO2e-Emissionen inklusive der Kraftstoffproduktion (Well-to-Wheel), wie es in der DIN EN 16258 festgelegt ist.

Green Truck Innovation / Green Truck Future Innovation

2018 vergeben VerkehrsRundschau und TRUCKER zum dritten Mal die Preise „Green Truck Innovation“ sowie „Green Truck Future Innovation“. Diese Jury-Preise prämieren technische Lösungen, durch die sich Lkw und Nutzfahrzeuge umweltfreundlicher betreiben lassen. Kriterien für die Vergabe sind Verbesserungen, die zu einer Verringerung von Emissionen in den Bereichen Luftschadstoffe, Treibhausgase oder Lärm führen und/oder Transport- und Logistikkonzepte optimieren. Wichtige Faktoren sind nachweisbare beziehungsweise berechenbare Verbesserungspotenziale sowie die Praxistauglichkeit. Mit diesen Auszeichnungen sollen aktuelle, wie auch in die Zukunft gerichtete Innovationen geehrt werden.

Die Fachjury besteht aus:

  • Prof. Dr. Markus Lienkamp, TU München, Fakultät für Maschinenwesen / Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik
  • Martin Schmied, Leiter Abteilung I 3 „Verkehr, Lärm und räumliche Entwicklung, Umweltbundesamt (UBA), Dessau
  • Dipl.-Ing. Dieter Roth, Senior Manager Business Development, TÜV SÜD Auto Service GmbH, Regensburg
  • Jochen Quick, Unternehmer und Präsident des Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V., Bonn
  • Dipl.-Red. Jan Burgdorf, Leiter des Ressorts Test & Technik, VerkehrsRundschau/TRUCKER, München
  • Dipl.-Ing. Gerhard Grünig, Chefredakteur, VerkehrsRundschau/TRUCKER, München

Die Preisträger 2018

Kategorie 1 – bereits realisierte Innovation

Platz 1 der „Green Truck Innovation“ geht an Schmitz Cargobull für den Smart Trailer. Diese vernetzte Transportlösung besteht aus Trailer plus Kühlmaschine, inklusive Trailer Telematik-System „TrailerConnect“ – bestehend aus Hardware (Steuergerät nebst Sensorik) sowie verbundenen Dienstleistungen (Datenübermittlung, Hosting, Visualisierung via Internetportal oder Datenübermittlung via Schnittstelle). Mit der Kombination rücken Ladung und technischer Status des Transportmittels in den Vordergrund. Durch die Integration vieler Komfortfunktionen, einen eigenen W-LAN-Router und die Steuerung via beSmart-App, Portal 2.0 oder Kühlgerätedisplay werden Fahrer und Flottenmanager unterstützt. Die Sicherheit wird verbessert, für Werkstätten vereinfacht sich die Diagnose.

Kategorie 2 – Innovationen mit Zukunftspotenzial

Platz 1 der „Green Truck Future Innovation“ geht an Orbitak/Krone für den RYTLE MOVR, ein vernetztes Konzept für die City-Logistik. Das Lastenrad MOVR fährt die letzte Meile umweltfreundlich und leise und befördert Transportboxen nahezu emissionsfrei von City HUBs zum Ziel. Der MOVR kann maßgenormte Wechselboxen oder Europaletten aufnehmen. Das Lastenrad startet optional mit Anfahrhilfe. Auf der Mittelstrecke unterstützt ein E-Motor mit bis zu 25 km/h. Erfolgreiche Pilotprojekte zeigen, dass das RYTLE-Konzept wirtschaftlich und ökologisch erfolgreich ist.

Ehrenpreis der Jury – Ganzheitliches Konzept für Umweltschutz und Mitarbeiterförderung

Die Jury „Green Truck Innovation“ vergibt 2018 zusätzlich einen Ehrenpreis an SAF für die Think-Ahead-Kampagne. Mit unserem Programm betreibt SAF konkrete CO2 Kompensationsprojekte, fördert sozial benachteiligte Menschen und gezielt die Gesundheit von Mitarbeitern, spart Energie und CO2 in der Produktion und liefert gewichts- und damit kraftstoffsparende Produkte, die in der Entsorgung möglichst wenig Problemstoffe beinhalten. Konkrete Maßnahmen beinhalten unter anderem Veranstaltungen von Kinder-Akademien, die Förderung diverser sozialer Projekte, Baumpflanzaktionen, die Reduzierung von Abfall sowie Leichtbau.

Vergabe des Umweltlabels in Darmstadt

Die feierliche Auszeichnung der diesjährigen Sieger des Umweltrankings erfolgt im Rahmen des exklusiven „Transport Manager Dinners“ am 16. April im „Darmstadtium“ in Darmstadt. Bei der Abendveranstaltung, zu der Fuhrpark- und Transportlogistik-Verantwortliche aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung geladen sind, nehmen Vertreter der fünf Sieger-Unternehmen die begehrten Umweltauszeichnungen entgegen. Das 7. Transport Manager Dinner findet am Vorabend der 9. Fachkonferenz „Lkw und Fuhrpark“ statt, die von der VerkehrsRundschau und dem Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd veranstaltet wird. Auf der Fachkonferenz am 17. April in Darmstadt liegt in diesem Jahr der Schwerpunkt auf den Themen Digitalisierung, Mobilität in Innenstädten und Fuhrparkmanagement. Weitere Informationen und Anmeldung im Internet unter www.verkehrsrundschau.de/events.

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Veröffentlicht: 17. April 2018 von VerkehrsRundschau (gg/sv/bj/ks)

Die letzte Meile mit dem Lastenrad aus dem Emsland

Ein erster Testlauf mit dem US-amerikanischen Paketzusteller UPS ist in Hamburg erfolgreich abgeschlossen. Die Box auf dem Lastenrad kann ausgetauscht werden. In drei Jahren soll das Joint Venture schwarze Zahlen schreiben. Foto: Stefan Schöning Fotodesign

Wie wird künftig die „letzte Meile“ im Versand abgewickelt? Das Speller Unternehmen Krone hat zusammen mit einem Bremer Start-up ein Joint Venture Rytle, um ein industriell gefertigtes Lastenrad zu entwickeln. Ein erster Test wurde erfolgreich beendet.

Spelle. Lkw, Sattelauflieger, Gigaliner, Landmaschinen – der Firmenname Krone wird vor allem mit großen Fahrzeugen assoziiert. Ein industriell gefertigtes Lastenfahrrad für den Innenstadtverkehr, vom äußeren Erscheinungsbild ähnlich einer Rikscha, ist da weniger im Fokus. Und doch sind nach einer erfolgreichen Testphase mit dem US-amerikanischen Paketzusteller UPS die ersten 50 Räder aktuell in Vorserienfertigung. Allerdings nicht an einem Krone-Standort, sondern in Kooperation mit einem Partner. Bis Mai sollen sie fertig sein. Die weiteren Tests werden vor allem im europäischen Ausland gemacht.

Mit seiner Idee ist der Speller Familienbetrieb bei Weitem nicht der erste – und durch die gemeinsame Entwicklung von Paketverteilerfahrzeugen (KEP) unter anderem für die Deutsche Post ist Krone der Lieferverkehr nicht fremd. Und doch sehen Bernard Krone und Ingo Lübs, Geschäftsführer der Rytle GmbH, einen Aspekt, der sie von anderen unterscheidet: „Andere Projekte entstehen häufig durch Tüfteln. Wir wollen ein Lastenrad, dessen Produktion in einem industriellen Prozess abgebildet werden kann“, erklärt Krone.

Rund eine Million Euro Anschubfinanzierung hat Krone vor knapp zwei Jahren geleistet. Wobei zusätzliches Geld notwendig war und sein wird, davon ist der Unternehmer überzeugt. „Wir werden bis zur Marktreife viel Geld in die Hand nehmen und sind stark in Vorleistung gegangen, um ein durchgängiges Design zu entwickeln.“ Der ehrgeizige Plan: In drei Jahren soll Rytle schwarze Zahlen schreiben. Durch die Industrialisierung der Prozesskette verspricht sich Krone eine Wirtschaftlichkeit, die sonst nicht abgebildet werden könnte.

Sechs Monate hat es gedauert, bis der erste, handgeschraubte Prototyp fertig war. Dieser ist nun sechs Monate lang im Normalbetrieb bei UPS mitgelaufen. Die Idee ist jedoch weitergedacht als „nur“ ein Lastenrad. Ein Gesamtsystem aus Box, Rad und „Zulieferkette“ ist das Ziel, betont Krone. Eine barrierefreie Vernetzung des großteiligen Überlandverkehrs und kleinteiligen Innenstadtverkehrs.

Das Prinzip ist einfach: Statt wie zuvor Päckchen und Pakete in KEP-Fahrzeuge aufzuteilen, werden sie, nach Postleitzahl und Straßenzug sortiert, in die schrankähnlichen Aufsätze der Lastenräder sortiert. Auf der Größe einer Europalette haben diese ein Fassungsvermögen von zwei Kubikmetern. „Die Tests haben gezeigt, dass der Inhalt eines KEP-Fahrzeugs auch etwa in die Box passt“, so Lübs. Die Pakete müssten einmal sortiert kein weiteres Mal in die Hand genommen werden. Das sei effizienter und letztlich kostensparend. Diese vorsortierten Boxen werden mit einem Lkw zu einem City-Hub gebracht, um von dort die Distribution zu organisieren. „Das macht auch die Warenwirtschaft deutlich flexibler.“

Es sind die Ballungszentren, die Krone mit der Entwicklung im Blick hat. Eine typische Strecke mit dem Lastenrad sei zwischen vier und sechs Kilometer lang. Der Akku des Elektromotors, der beim Anfahren und am Berg hilft – immerhin können bis zu 180 Kilo geladen werden – hält bis zu 60 Kilometer, bevor er ausgetauscht oder aufgeladen werden muss. Eine Lizenz oder einen Führerschein braucht es für das Rad übrigens nicht. Das war den Unternehmen in der Konstruktion wichtig. „Auch der Azubi könnte das Rad fahren“, macht Lübs deutlich.

Denn neben Paketzustellern könnten auch Handwerker im Innenstadtverkehr eine Zielgruppe sein, ebenso wie die Logistikbranche allgemein. Für Bernard Krone eröffnet die Entwicklung einen Markt mit Zukunft. Vor allem in Zeiten drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge oder vor dem Hintergrund den zeitlich begrenzten Lieferverkehren für den Handel in den Innenstädten.

Aber auch in der Intralogistik, dem Werksverkehr, sieht Bernard Krone Chancen für das Lastenrad. Auch das Unternehmen selbst wird sie künftig einsetzen. Zudem könnte das Prinzip von Lastenrädern und Hubs für die Stadtreinigung ein Thema sein, ist der emsländische Unternehmer aus Spelle überzeugt. Dann mit halben Boxen, in die der Müll geladen wird.

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Veröffentlicht: 13. April 2018 von Nina Kallmeier, gn-online.de